Es sind nicht alle frei, die ihrer Ketten spotten.
– Gotthold Ephraim Lessing
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Es sind nicht alle frei, die ihrer Ketten spotten.
– Gotthold Ephraim Lessing
Aber deswegen, weil ich ihn für ein großes Genie erkenne, muß er überall bei mir Recht haben? Mit nichten. Gerade vielmehr das Gegenteil: weil ich ihn für ein großes Genie erkenne, bin ich gegen ihn auf meiner Hut. Ich weiß, daß ein feuriges Pferd auf eben dem Steige, samt seinem Reiter den Hals brechen kann, über welchen der bedächtliche Esel, ohne zu straucheln, gehet.
– Gotthold Ephraim Lessing
Es ist nicht wahr, daĂź die kĂĽrzeste Linie immer die geradeste ist.
– Gotthold Ephraim Lessing
Es ist mir unmöglich zu glauben, daß die Wahrheit gemein sein könne; eben so unmöglich, als zu glauben, daß in der ganzen Welt auf einmal Tag sein könne.
– Gotthold Ephraim Lessing
EntschluĂź ist Vorsatz, Tat.
– Gotthold Ephraim Lessing
Wenn Gott in seiner Rechten alle Wahrheit und in seiner Linken den einzigen immer regen Trieb nach Wahrheit, obschon mit dem Zusatze, mich immer und ewig zu irren, verschlossen hielte und spräche zu mir: wähle! Ich fiele ihm mit Demut in seine Linke und sagte: "Vater gib! die reine Wahrheit ist ja doch nur für dich allein!"
– Gotthold Ephraim Lessing
Wer aus den Büchern nichts mehr lernt, als was in den Büchern steht, der hat die Bücher nicht halb genutzt. Wen die Bücher nicht fähig machen, daß er auch das verstehen und beurteilen lernt, was sie nicht enthalten; wessen Verstand die Bücher nicht überhaupt schärfen und aufklären, der wäre schwerlich viel schlimmer dran, wenn er auch gar keine Bücher gelesen hätte.
– Gotthold Ephraim Lessing
Aber so geht es den Empfindsamen! Die Liebe spielt ihnen immer die schlimmsten Streiche.
– Gotthold Ephraim Lessing
Was nutzt mirs, daß mein Freund mit mir gefällig weine?
– Gotthold Ephraim Lessing
Gleichgültigkeit! Gleichgültigkeit an die Stelle der Liebe? – Das heißt, Nichts an die Stelle von Etwas.
– Gotthold Ephraim Lessing
Tu, was du nicht lassen kannst!
– Gotthold Ephraim Lessing
Die blinde Henne Eine blind gewordene Henne, die des Scharrens gewohnt war, hörte auch blind noch nicht auf, fleißig zu scharren. Was half es der arbeitsamen Närrin? Eine andre sehende Henne, welche ihre zarten Füße schonte, wich nie von ihrer Seite, und genoss, ohne zu scharren, die Frucht des Scharrens. Denn so oft die blinde Henne ein Korn aufgescharrt hatte, fraß es die sehende weg.
– Gotthold Ephraim Lessing
Die Bescheidenheit richtet sich genau nach dem Verdienste, das sie vor sich hat, sie gibt jedem, was jedem gebührt – aber die schlaue Höflichkeit gibt allen alles, um alles wieder zu erhalten.
– Gotthold Ephraim Lessing
Ich weiß, daß das Gedächtnis noch einmal so gut ist, wenn ihm das Herz ein wenig nachhilft.
– Gotthold Ephraim Lessing
Man lobt den KĂĽnstler dann erst recht wenn man ĂĽber sein Werk sein Lob vergisst.
– Gotthold Ephraim Lessing
Natur tut allzeit mehr als Demonstration.
– Gotthold Ephraim Lessing
Die Natur rüstete das weibliche Geschlecht zur Liebe, nicht zu Gewaltseligkeiten aus; es soll Zärtlichkeit, nicht Furcht erwecken; nur seine Reize sollen es mächtig machen; nur durch Liebkosungen soll es herrschen und soll nicht mehr beherrschen wollen, als es genießen kann. […] Einer zärtlichen, eifersüchtigen Frau will ich noch alles vergeben; sie ist das, was sie sein soll, nur zu heftig. Aber gegen eine Frau, die aus kaltem Stolze, aus überlegtem Ehrgeize Freveltaten verübet, empört sich das ganze Herz; und alle Kunst des Dichters kann sie uns nicht interessant machen.
– Gotthold Ephraim Lessing
An einen Autor Mit so bescheiden stolzem Wesen Trägst du dein neustes Buch – welch ein Geschenk! – mir an. Doch, wenn ichs nehme, grundgelehrter Mann, Mit Gunst: muß ich es dann auch lesen?
– Gotthold Ephraim Lessing
Die Geschichte soll nicht das Gedächtnis beschweren, sondern den Verstand erleuchten.
– Gotthold Ephraim Lessing
Ich kann hundert Dinge mein Eigentum nennen, in so fern ich von ihnen dartun kann, daĂź sie ohne mich entweder gar nicht, oder doch nicht solcher Gestalt vorhanden sein wĂĽrden; aber folgt daraus, daĂź ich sie deswegen ausschlieĂźungsweise zu nutzen befugt bin?
– Gotthold Ephraim Lessing
Wer von mir nichts annehmen will, wenn er’s bedarf und ich´s habe, der will mir auch nichts geben, wenn er’s hat und ich´s bedarf.
– Gotthold Ephraim Lessing
Nicht die Wahrheit, in deren Besitz irgendein Mensch ist oder zu sein vermeinet, sondern die aufrichtige MĂĽhe, die er angewandt hat, hinter die Wahrheit zu kommen, macht den Wert des Menschen.
– Gotthold Ephraim Lessing
Das, was unter der Gestalt der Wahrheit unter allen Völkern herumschleicht und auch von den Blödsinnigsten angenommen wird, ist gewiß keine Wahrheit, und man darf nur getrost die Hand, sie zu entkleiden, anlegen, so wird man den scheußlichsten Irrtum nackend vor sich stehen sehen.
– Gotthold Ephraim Lessing
Der Affe und der Fuchs Nenne mir ein so geschicktes Tier, dem ich nicht nachahmen könnte! so prahlte der Affe gegen den Fuchs. Der Fuchs aber erwiderte: Und du nenne mir ein so geringschätziges Tier, dem es einfallen könnte, dir nachzuahmen. Schriftsteller meines Volkes! – Muß ich mich noch deutlicher erklären?
– Gotthold Ephraim Lessing
Das kann es nicht heißen. Wir glauben itzt keine Gespenster, kann also nur so viel heißen: in dieser Sache, über die sich fast eben so viel dafür als darwider sagen läßt, die nicht entschieden ist, und nicht entschieden werden kann, hat die gegenwärtig herrschende Art zu denken den Gründen darwider das Übergewicht gegeben; einige wenige haben diese Art zu denken, und viele wollen sie zu haben scheinen; diese machen das Geschrei und geben den Ton; der größte Haufe schweigt und verhält sich gleichgültig, und denkt bald so, bald anders, hört beim hellen Tage mit Vergnügen über die Gespenster spotten, und bei dunkler Nacht mit Grausen davon erzählen.
– Gotthold Ephraim Lessing
Ärgernis und verbissene Wut hatten meine ganze Seele umnebelt; die Liebe selbst, in dem vollesten Glanze des Glücks, konnte sich darin nicht Tag schaffen. Aber sie sendet ihre Tochter, das Mitleid, die, mit dem finstern Schmerze vertrauter, die Nebel zerstreuet, und alle Zugänge meiner Seele den Eindrücken der Zärtlichkeit wiederum öffnet.
– Gotthold Ephraim Lessing
Erröten macht die Häßlichen so schön: und sollte Schöne nicht noch schöner machen?
– Gotthold Ephraim Lessing
Es freut mich, mein Herr, daĂź ihr ein Dichter seid. Doch seid ihr sonst nichts mehr, mein Herr? Das ist mir leid.
– Gotthold Ephraim Lessing
Was Blut kostet, ist gewiĂź kein Blut wert.
– Gotthold Ephraim Lessing
Nicht jeder Kunstrichter ist Genie: aber jedes Genie ist ein geborner Kunstrichter.
– Gotthold Ephraim Lessing