Wer von mir nichts annehmen will, wenn ers bedarf, und ichs habe; der will mir auch nichts geben, wenn ers hat, und ichs bedarf.
- Gotthold Ephraim Lessing

Klugwort Reflexion zum Zitat
Gotthold Ephraim Lessing beschreibt in diesem Zitat eine tiefgründige Dynamik menschlicher Beziehungen, die auf gegenseitigem Geben und Nehmen basiert. Er betont, dass das Ablehnen von Hilfe nicht nur Stolz oder Unabhängigkeit signalisiert, sondern auch eine mangelnde Bereitschaft zeigt, selbst Hilfe zu leisten. Dieses Verhalten verhindert die Entstehung von wahrer Solidarität und gegenseitigem Vertrauen.
Die Reflexion über dieses Zitat zeigt, dass das Annehmen von Hilfe genauso bedeutsam ist wie das Geben. Es erfordert Demut und die Fähigkeit, die eigene Verletzlichkeit zu akzeptieren. Gleichzeitig entsteht durch den Akt des Annehmens eine Verbindung, die die Grundlage für zukünftiges Geben und gegenseitige Unterstützung bildet. Lessing erinnert uns daran, dass Beziehungen und Gemeinschaften nur durch ein Gleichgewicht von Geben und Nehmen gedeihen können.
Das Zitat lädt dazu ein, über unsere eigenen Einstellungen zu Hilfe und Unterstützung nachzudenken. Fühlen wir uns unwohl dabei, Hilfe anzunehmen, und wenn ja, warum? Und sind wir bereit, anderen in gleicher Weise zu helfen, wenn sie uns brauchen? Lessing fordert uns auf, die Bedeutung von Offenheit und Großzügigkeit in unseren Beziehungen zu erkennen und Stolz oder Egoismus abzulegen, die diese Dynamik behindern könnten.
In einer Welt, die oft von Individualismus und Selbstständigkeit geprägt ist, bleibt Lessings Botschaft aktuell. Er zeigt, dass menschliche Verbindungen auf Gegenseitigkeit beruhen und dass sowohl Geben als auch Annehmen Akte des Vertrauens und der Menschlichkeit sind. Sein Zitat ist ein zeitloser Appell, Solidarität und Mitgefühl aktiv zu leben, um echte zwischenmenschliche Beziehungen zu fördern.
Zitat Kontext
Gotthold Ephraim Lessing, ein bedeutender deutscher Dichter und Dramatiker der Aufklärung, war bekannt für seine tiefsinnigen und humanistischen Gedanken über zwischenmenschliche Beziehungen und gesellschaftliche Werte. Dieses Zitat spiegelt seine Überzeugung wider, dass gegenseitige Unterstützung ein zentraler Bestandteil menschlicher Gemeinschaften ist.
Zur Zeit Lessings, im 18. Jahrhundert, standen Fragen nach Solidarität und menschlichem Miteinander im Fokus der aufklärerischen Ideale. Lessing kritisierte dabei häufig gesellschaftliche Konventionen, die echte Verbundenheit und Hilfeleistung behinderten. Sein Werk plädiert für eine Kultur der Großzügigkeit und gegenseitigen Verantwortung.
Auch heute hat dieses Zitat eine zeitlose Relevanz. Es erinnert uns daran, dass sowohl das Geben als auch das Annehmen von Hilfe fundamentale Aspekte menschlicher Beziehungen sind. Lessings Worte laden dazu ein, Stolz und Zurückhaltung zu überwinden und die Kraft der gegenseitigen Unterstützung in unseren Gemeinschaften zu schätzen und zu fördern.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Gotthold Ephraim Lessing
- Tätigkeit:
- deutscher Dichter, Schriftsteller, Philosoph und Dramatiker
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion