Der Gedanke ist ein Kind der Liebe. Die Meinung ist in der bürgerlichen Gesellschaft anerkannt.
– Karl Kraus
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Der Gedanke ist ein Kind der Liebe. Die Meinung ist in der bürgerlichen Gesellschaft anerkannt.
– Karl Kraus
Ein guter Psycholog ist imstande, dich ohneweiters in seine Lage zu versetzen.
– Karl Kraus
»Den Weltmarkt erobern«: weil Händler so sprachen, mußten Krieger so handeln. Seitdem wird erobert, wenngleich nicht der Weltmarkt.
– Karl Kraus
Kunst ist das, was Welt wird, nicht was Welt ist.
– Karl Kraus
Sozial wird der Mensch, weil er sich selbst im andern sucht.
– Karl Kraus
Meine Sprache ist die Allerweltshure, die ich zur Jungfrau mache.
– Karl Kraus
Ein Oppositioneller sein, das heißt ja in Österreich nicht bloß: wollen, was die Regierung nicht will, sondern auch: wollen, wovon man nicht will, daß die Regierung es wolle.
– Karl Kraus
Aufregen kann ich sie alle. Jeden einzelnen zu beruhigen, geht über meine Kraft.
– Karl Kraus
Ich kenne einen Humorlosen, der immer aufgeregt ist. Er kocht ohne Wasser; das Email stinkt schon.
– Karl Kraus
In der Nacht sind alle Kühe schwarz, auch die blonden.
– Karl Kraus
Er hatte so eine Art sich in den Hintergrund zu drängen, daß es allgemein Ärgernis erregte.
– Karl Kraus
Den Weg zurück ins Kinderland möchte ich, nach reiflicher Überlegung, doch lieber mit Jean Paul als mit S. Freud machen.
– Karl Kraus
Kindspech ist eben das, womit man auf die Welt kommt.
– Karl Kraus
An der schönen Herrin sprangen ihre Hunde empor wie seine Gedanken und legten sich ihr zu Füßen wie seine Wünsche.
– Karl Kraus
Tänzerinnen haben die Sexualität in den Beinen, Tenore im Kehlkopf. Darum täuschen sich die Frauen in den Tenoren und die Männer in den Tänzerinnen.
– Karl Kraus
Zwei haben nicht geheiratet: sie leben seit damals in gegenseitiger Witwerschaft.
– Karl Kraus
Ich bin nicht für die Frauen, sondern gegen die Männer.
– Karl Kraus
Von einer Fackel fällt hin und wieder etwas ab. Ein Klümpchen Pech.
– Karl Kraus
Es war die Art des großen Komikers Knaack: Mit Scherz Entsetzen treiben.
– Karl Kraus
Eine Frau, die gern Männer hat, hat nur einen Mann gern.
– Karl Kraus
Der Maler hat es mit dem Anstreicher gemeinsam, daß er sich die Hände schmutzig macht. Eben dies unterscheidet den Schriftsteller vom Journalisten.
– Karl Kraus
Was doch die soziale Sitte vermag! Nur ein Spinnweb liegt über dem Vulkan, aber er hält sich zurück.
– Karl Kraus
Der Erzähler unterscheidet sich vom Politiker nur dadurch, daß er Zeit hat. Gemeinsam ist beiden, daß die Zeit sie hat.
– Karl Kraus
Die Nahrung des Witzes ist eine landläufige Ration von Kenntnissen.
– Karl Kraus
Ein Snob ist unverläßlich. Das Werk, das er lobt, kann gut sein.
– Karl Kraus
Das eheliche Schlafzimmer ist das Zusammenleben von Roheit und Martyrium.
– Karl Kraus
Lieben, betrogen werden, eifersüchtig sein – das trifft bald einer. Unbequemer ist der andere Weg: Eifersüchtig sein, betrogen werden und lieben!
– Karl Kraus
Mache ich die Reporter verantwortlich? Das konnte man nie glauben. Die Institution? Das tat ich vor Jahren. Das Bedürfnis des Publikums? Auch nicht mehr. Wen oder was mache ich verantwortlich? Immer den, der fragt.
– Karl Kraus
Als zum erstenmal das Wort »Friede« ausgesprochen wurde, entstand auf der Börse eine Panik. Sie schrieen auf im Schmerz: Wir haben verdient! Laßt uns den Krieg! Wir haben den Krieg verdient!
– Karl Kraus
Die Phrase und die Sache sind eins.
– Karl Kraus