Das Wort »Familienbande« hat einen Beigeschmack von Wahrheit.
– Karl Kraus
Gefällt 1 mal
- Seite 8 / 21 -
Das Wort »Familienbande« hat einen Beigeschmack von Wahrheit.
– Karl Kraus
Die Welt will, daß man ihr verantwortlich sei, nicht sich.
– Karl Kraus
Man soll nicht mehr lernen, als man unbedingt gegen das Leben braucht.
– Karl Kraus
Mit dem Dieb ist auch der Eigentümer entlarvt. Er selbst war durch einen Dietrich ins Haus gekommen und ließ die Tür offen.
– Karl Kraus
Der Journalist Warum er just diesen Beruf erwählt hat? Weil er alle andern verfehlt hat.
– Karl Kraus
Man lebt nicht einmal einmal.
– Karl Kraus
Der Ausdruck sitze dem Gedanken nicht wie angemessen, sondern wie angegossen.
– Karl Kraus
Enthaltsamkeit rächt sich immer. Bei dem einen erzeugt sie Pusteln, beim andern Sexualgesetze.
– Karl Kraus
Der Scharfsinn der Polizei ist die Gabe, alle Menschen eines Diebstahls für fähig zu halten, und das Glück, daß sich die Unschuld mancher nicht erweisen läßt.
– Karl Kraus
Psychologie ist der Omnibus, der ein Luftschiff begleitet.
– Karl Kraus
Schein hat mehr Buchstaben als Sein.
– Karl Kraus
Wer andern keine Grube gräbt, fällt selbst hinein.
– Karl Kraus
Wenn nur einer da ist, der die Presse nicht totschweigt – das weitere wird sich finden.
– Karl Kraus
Wenn ein Gedanke in zwei Formen leben kann, so hat er es nicht so gut wie zwei Gedanken, die in einer Form leben.
– Karl Kraus
Der Bürger duldet nichts Unverständliches im Haus.
– Karl Kraus
Ich spreche von mir und meine die Sache. Sie sprechen von der Sache und meinen sich.
– Karl Kraus
Der wahrhaft und in jedem Augenblick produktive Geist wird zur Lektüre nicht leicht anstellig sein. Er verhält sich zum Leser wie die Lokomotive zum Vergnügungsreisenden. Auch fragt man den Baum nicht, wie ihm die Landschaft gefällt.
– Karl Kraus
Wenn Fürsten fallen, pißt der Pöbel geschwind noch aufs Pflaster.
– Karl Kraus
Der Ästhet ist der rechte Realpolitiker im Reich der Schönheit.
– Karl Kraus
Die kleinen Stationen sind sehr stolz darauf, daß die Schnellzüge an ihnen vorbei müssen.
– Karl Kraus
Es wäre mehr Unschuld in der Welt, wenn die Menschen für all das verantwortlich wären, wofür sie nicht können.
– Karl Kraus
Vielwisser dürften in dem Glauben leben, daß es bei der Tischlerarbeit auf die Gewinnung von Hobelspänen ankommt.
– Karl Kraus
Ich lasse mich durch keinen Vollbart mehr täuschen. Ich weiß schon, welches Geschlecht hier im Haus die Hosen anhat.
– Karl Kraus
Wer jetzt übertreibt, kann leicht in den Verdacht kommen, die Wahrheit zu sagen. Wer erfindet, informiert zu sein.
– Karl Kraus
Gute Ansichten sind wertlos. Es kommt darauf an, wer sie hat.
– Karl Kraus
Der Erotiker wird der Frau jeden gönnen, dem er sie nicht gönnt.
– Karl Kraus
Als die christliche Nacht hereinbrach und die Menschheit auf Zehen zu der Liebe schleichen mußte, da begann sie sich dessen zu schämen, was sie tat.
– Karl Kraus
Sollte »Schlachtbank« nicht vielmehr von der Verbindung der Schlacht mit der Bank herkommen?
– Karl Kraus
Der Bibliophile hat annähernd dieselbe Beziehung zur Literatur wie der Briefmarkensammler zur Geographie.
– Karl Kraus
Ich bin nicht für die Frauen, sondern gegen die Männer.
– Karl Kraus