Nicht grüßen genügt nicht. Man grüßt auch Leute nicht, die man nicht kennt.
– Karl Kraus
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Nicht grüßen genügt nicht. Man grüßt auch Leute nicht, die man nicht kennt.
– Karl Kraus
Brunes et blondes: so einfach ist die Teilung der Pariser Welt. Ein Zweifel kann nur bestehen, ob les femmes oder les bières gemeint sind.
– Karl Kraus
Jeder Staat führt den Krieg gegen die eigene Kultur. Anstatt Krieg gegen die eigene Unkultur zu führen.
– Karl Kraus
Die Mittelmäßigkeit revoltiert gegen die Zweckmäßigkeit.
– Karl Kraus
Nichts wird dem deutschen Humoristen zum größeren Erlebnis als die Vorgänge der Verdauung.
– Karl Kraus
Aus Lebensüberdruß zum Denken greifen: ein Selbstmord, durch den man sich das Leben gibt.
– Karl Kraus
Die Frau ist da, damit der Mann durch sie klug werde. Er wird es nicht, wenn er aus ihr nicht klug werden kann. Oder wenn sie zu klug ist.
– Karl Kraus
Verschiedentlich hat man den Eindruck, daß manche Ärzte des Fachgebietes Psychiatrie schon durch ihr Aussehen dem psychiatrischen Patienten eine gewisse »Gesprächsangst« nehmen wollen.
– Karl Kraus
Der Künstler ist ein Diener am Wort.
– Karl Kraus
Eine gewisse Psychoanalyse ist die Beschäftigung geiler Rationalisten, die alles in der Welt auf sexuelle Ursachen zurückführen mit Ausnahme ihrer Beschäftigung.
– Karl Kraus
Es gibt noch Menschen unter uns, die so aussehen als ob sie eben von der Kreuzigung Christi kämen, und andere, die zu fragen scheinen: Was hat er gesagt? Wieder andere, die es niederschreiben unter dem Titel »Die Vorgänge auf Golgatha«.
– Karl Kraus
Männer der Wissenschaft! Man sagt ihr viele nach, aber die meisten mit Unrecht.
– Karl Kraus
Es gibt eine Zuständigkeit der Gedanken, die sich um ihren jeweiligen Aufenthalt wenig kümmert.
– Karl Kraus
Einer, der Aphorismen schreiben kann, sollte sich nicht in Aufsätzen zersplittern.
– Karl Kraus
Viele werden einst Recht haben. Es wird aber Recht von dem Unrecht sein, das ich heute habe.
– Karl Kraus
Journalisten schreiben, weil sie nichts zu sagen haben, und haben etwas zu sagen, weil sie schreiben.
– Karl Kraus
Ich habe, Gott sei Dank, oft übers Ziel und selten neben das Ziel geschossen.
– Karl Kraus
Das eben ist der Unterschied der Geschlechter: die Männer fallen nicht immer auf einen kleinen Mund herein, aber die Weiber immer auf eine große Nase.
– Karl Kraus
Die Menschheit wirtschaftet drauf los; sie braucht ihr geistiges Kapital für ihre Erfindungen auf und behält nichts für deren Betrieb.
– Karl Kraus
Einen Aphorismus kann man in keine Schreibmaschine diktieren. Es würde zu lange dauern.
– Karl Kraus
Gott nahm vom Weib die Rippe, baute aus ihr den Mann, blies ihm den lebendigen Odem aus und machte aus ihm einen Erdenkloß.
– Karl Kraus
Viele Frauen möchten mit Männern träumen, ohne mit ihnen zu schlafen. Man mache sie auf das Unmögliche dieses Vorhabens nachdrücklich aufmerksam.
– Karl Kraus
Ein Rezensent, der zu den passenden Worten immer ein Urteil findet.
– Karl Kraus
Und wenn wir Deutschen Gott und sonst nichts in der Welt fürchten, so respektieren wir selbst ihn nicht um seiner Persönlichkeit willen, sondern wegen des Geräusches seiner Donner.
– Karl Kraus
»Würde« ist die konditionale Form von dem, was einer ist.
– Karl Kraus
Passende Wüste für Fata Morgana gesucht.
– Karl Kraus
Der Journalist ist vom Termin angeregt. Er schreibt schlechter, wenn er Zeit hat.
– Karl Kraus
Erfahrungen sind die Erinnerungen, die man teuer bezahlen mußte.
– Karl Kraus
Frage deinen Nächsten nur über Dinge, die du selbst besser weißt. Dann könnte sein Rat wertvoll sein.
– Karl Kraus
Als es noch keine Menschenrechte gab, hatte sie der Vorzugsmensch. Das war inhuman. Dann wurde die Gleichheit hergestellt, indem man dem Vorzugsmenschen die Menschenrechte aberkannte.
– Karl Kraus