Ich habe oft bemerkt, daĂź wir uns durch allzuvieles Symbolisieren die Sprache fĂĽr die Wirklichkeit untĂĽchtig machen.
– Christian Morgenstern
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Ich habe oft bemerkt, daĂź wir uns durch allzuvieles Symbolisieren die Sprache fĂĽr die Wirklichkeit untĂĽchtig machen.
– Christian Morgenstern
Mit jedem Worte wachsen wir.
– Christian Morgenstern
Jedes Buch hat zwei Wirkungen, die mittelbare und die unmittelbare. Die meisten Leser spüren nur die mittelbare. Darum bleiben auch so viele Bücher Druckerschwärze auf Papier.
– Christian Morgenstern
Wer die Welt zu sehr liebt, kommt nicht dazu, ĂĽber sie nachzudenken; wer sie zu wenig liebt, kann nicht grĂĽndlich genug ĂĽber sie denken.
– Christian Morgenstern
Wenn ich heute stürbe, glaube ich, alt genug geworden zu sein. Ich bin dann wenigstens alt genug geworden, um sterben zu können.
– Christian Morgenstern
Jeder Feind hat doppelt Quartier, eins bei sich und eins bei dir.
– Christian Morgenstern
Gott schauen ist Tod, das wußten alle Völker. Gott erraten ist Leben.
– Christian Morgenstern
Man kann Nietzsche aus zehn Zeilen erkennen lernen und aus zehn Büchern – verkennen.
– Christian Morgenstern
BewuĂźtsein: Wir stehen an einem Ende, wir sind ein Anfang.
– Christian Morgenstern
Der Ironiker ist meist nur ein beleidigter Pathetiker.
– Christian Morgenstern
Vielen ist Reisen ein Ersatz fĂĽr Leben. Es gibt oft nichts Schmerzlicheres, als solches zu erkennen.
– Christian Morgenstern
Zum Geleit LaĂź die MolekĂĽle rasen, was sie auch zusammenknobeln! LaĂź das TĂĽfteln, laĂź das Hobeln, heilig halte die Ekstasen.
– Christian Morgenstern
Humor ist äußerste Freiheit des Geistes. Wahrer Humor ist immer souverän.
– Christian Morgenstern
NatĂĽrlichkeit, Schwester der Freiheit (und Einfalt).
– Christian Morgenstern
Jede gründliche Erfahrung muß mit eignem Leben bezahlt werden – und fremdem.
– Christian Morgenstern
Und das Verhaßteste von allem wird einst geschehen: Man wird mir ›Milderungsgründe zubilligen‹. (›Er war ein guter Mensch, er wollte das Beste usw.‹)
– Christian Morgenstern
Die Mission der Wahrheit ist, den Menschen in Geist aufzulösen, wie, materialistisch gesprochen, die Mission der Zeit, den Erdball in Luft.
– Christian Morgenstern
In dem lateinischen Wörtchen ›duo‹ ist nur das deutsche Du sichtbar enthalten; das ›Ich‹ ruht unsichtbar und doch ewig lebendig darin, wie unter Menschen das geliebte Ich im Herzen des liebenden Du. Wer konversiert, der spricht nicht.
– Christian Morgenstern
Von Hundert, die von ›Menge‹, von ›Herde‹ reden, gehören neunundneunzig selbst dazu.
– Christian Morgenstern
Den Charakter eines Menschen erkennt man an den Scherzen, die er ĂĽbelnimmt.
– Christian Morgenstern
Einem Menschen wie mir genĂĽgt es nicht, Ein Mal das Richtige zu erkennen.
– Christian Morgenstern
Die zur Wahrheit wandern, wandern allein, keiner kann dem andern Wegbruder sein.
– Christian Morgenstern
Ein Dichter muĂź 77mal als Mensch gestorben sein, ehe er als Dichter etwas wert ist.
– Christian Morgenstern
Der Gelehrte und Goethe Ich weiĂź, was er zu jeder Zeit gesagt, doch mein Gewissen hat er nie geplagt.
– Christian Morgenstern
Ich habe soeben eine lange leidenschaftliche Epistel an meinen Ofen verfaßt und sie ihm dann gegeben. Er verschlang sie gierig und wärmte mir mit seinem Feuer zwei Minuten lang Gesicht und Hände. Gewiß, das war alles; aber es gibt Menschen, die nicht einmal wie ein Ofen zu antworten vermögen.
– Christian Morgenstern
Den Wolken wird vielleicht einstmals eine besondere Verehrung gezollt werden; als der einzigen sichtbaren Schranke, die den Menschen vom unendlichen Raum trennt, als der gnädige Vorhang vor der offenen vierten Wand unserer Erdenbühne.
– Christian Morgenstern
Wer Dinge verspottet, an die ein guter Geschmack längst nicht mehr rührt, wird selbst Gegenstand des Spottes, ja der Verachtung.
– Christian Morgenstern
Leben heiĂźt tausend Umwege zum Tode machen.
– Christian Morgenstern
Je tiefer einer wird, desto einsamer wird er; aber nicht nur das: desto mehr lassen ihn selbst seine treusten Freunde allein – aus Zartgefühl, Schamgefühl, Liebe, Ehrfurcht, Verlegenheit, Hochachtung, Scheu, kurz, aus den allerbesten Gründen und mit dem unanfechtbarsten Takt des Herzens.
– Christian Morgenstern
Im Grunde gibt es den einzelnen Menschen garnicht. (Er bildet sich's bloĂź ein.)
– Christian Morgenstern