Die Zensur ist das Werkzeug derjenigen, die das Bedürfnis haben, Tatsachen vor sich selbst und vor anderen zu verbergen. Ihre Angst ist nur ihre Unfähigkeit, der Realität ins Auge zu sehen, und ich kann ihnen keine Wut entgegenbringen, ich fühle nur diese entsetzliche Traurigkeit. Irgendwo in ihrer Erziehung wurden sie gegen die totalen Tatsachen unserer Existenz abgeschirmt.
- Charles Bukowski

Klugwort Reflexion zum Zitat
In diesem Zitat kritisiert Charles Bukowski die Zensur als eine Methode derjenigen, die sich vor der Realität verstecken wollen. Für ihn ist Zensur nicht nur ein Mittel zur Unterdrückung von Informationen, sondern ein Zeichen von Angst und Unfähigkeit, sich der Wahrheit zu stellen. Bukowski geht noch weiter und beschreibt seine eigene Haltung gegenüber den Zensoren: anstelle von Wut empfindet er Traurigkeit, weil er glaubt, dass diese Menschen in ihrer Erziehung oder ihrer Lebensweise in einer Blase gehalten wurden, die sie vor den 'totalen Tatsachen' des Lebens schützt. Bukowski fordert uns auf, die Wahrheit in ihrer ganzen Härte zu akzeptieren, anstatt sie zu beschönigen oder zu verbergen. Das Zitat spricht die tiefere Bedeutung von Zensur und der Verdrängung unangenehmer Wahrheiten an – es ist eine Reflexion darüber, wie Menschen, die sich vor der Realität scheuen, oft aus einer fehlgeleiteten Erziehung oder einer Gesellschaft hervorgehen, die bequeme Lügen bevorzugt. Die Traurigkeit, die Bukowski empfindet, stellt den moralischen Konflikt dar: auf der einen Seite die menschliche Neigung, sich der Wahrheit zu entziehen, auf der anderen Seite die Notwendigkeit, dieser Wahrheit ins Auge zu sehen. Es fordert uns auf, ehrlich und direkt mit der Realität und den unangenehmen Wahrheiten des Lebens umzugehen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Charles Bukowski
- Tätigkeit:
- US Schriftsteller und Dichter
- Epoche:
- Nachkriegszeit
- Emotion:
- Keine Emotion