Wie herrlich leuchtet/ Mir die Natur!/ Wie glänzt die Sonne!/ Wie lacht die Flur! Es dringen Blüten/ aus jedem Zweig/ Und tausend Stimmen/ Aus dem Gesträuch. Und Freud und Wonne/ Aus jeder Brust./ O Erd', o Sonne,/ O Glück, o Lust. O Lieb', o Liebe,/ So golden schön/ Wie Morgenwolken/ Auf jenen Höhn, Du segnest herrlich/ Das frische Feld -/ Im Blütendampfe/ Die volle Welt! O Mädchen, Mädchen,/ Wie lieb' ich dich!/ Wie blinkt dein Auge,/ Wie liebst du mich! So liebt die Lerche/ Gesang und Luft,/ Und Morgenblumen/ Den Himmelsduft, Wie ich dich liebe/ Mit warmen Blut,/ Die du mir Jugend/ Und Freud' und Mut Zu neuen Liedern/ Und Tänzen gibst./ Sei ewig glücklich,/ Wie du mich liebst.

- Johann Wolfgang von Goethe

Johann Wolfgang von Goethe

Klugwort Reflexion zum Zitat

In diesem Gedicht von Johann Wolfgang von Goethe wird die Schönheit der Natur und die tiefe Freude, die sie hervorrufen kann, auf leidenschaftliche Weise gefeiert. Goethe beschreibt die Natur in lebendigen, fast überschäumenden Bildern: die Sonne, die leuchtende Erde, die blühenden Pflanzen und die Freuden, die sie wecken. Diese Darstellung der Natur wird mit einer intensiven Liebe zur Welt verbunden, die sich in der Zuneigung zu einer Geliebten widerspiegelt.

Goethe nutzt die Natur als Metapher für die universelle Freude und die Lebenskraft, die sowohl in der Welt als auch in der Liebe zu finden sind. Die Symbiose zwischen der Natur und der Liebe wird durch den Vergleich zwischen der Liebe des lyrischen Ichs zu seiner Geliebten und der Liebe der Lerche zum Gesang oder der Blumen zum Duft des Himmels verstärkt. In dieser Verbindung zeigt Goethe die tiefere Wahrheit, dass die Natur und die Liebe untrennbar miteinander verbunden sind und sich gegenseitig nähren.

Das Gedicht ruft uns dazu auf, die Schönheit des Lebens in seiner vollen Pracht zu schätzen und die Freude zu finden, die in den einfachen, natürlichen Dingen des Lebens und in der Liebe zu anderen verborgen ist. Es erinnert uns daran, wie eng Freude und Liebe miteinander verknüpft sind und wie sie in den unscheinbarsten Momenten und den kleinsten Dingen des Lebens erblühen können.

Zitat Kontext

Johann Wolfgang von Goethe war einer der bedeutendsten deutschen Dichter, Denker und Naturwissenschaftler des 18. und 19. Jahrhunderts. Dieses Gedicht stammt aus seiner Sammlung von Gedichten, die die Kraft und Schönheit der Natur und der Liebe thematisieren. Goethe, der tief in der Romantik verwurzelt war, hatte eine besondere Affinität zur Natur und sah sie als einen Spiegel der menschlichen Seele und als Quelle von Inspiration und Freude.

Historisch gesehen lebte Goethe in einer Zeit, in der die Romantik als literarische Bewegung die Wahrnehmung der Natur und des menschlichen Lebens durch das Prisma von Emotionen, Gefühlen und subjektiven Erfahrungen betonte. Für Goethe war die Natur nicht nur ein ästhetisches Objekt, sondern eine tiefere Quelle von Wahrheit, Weisheit und spirituellem Einklang.

Philosophisch betrachtet steht das Gedicht im Einklang mit Goethes Überzeugung, dass die Natur und der Mensch in einem harmonischen Zusammenspiel existieren, wobei die Liebe als eine der höchsten Ausdrucksformen der menschlichen Existenz dargestellt wird. Goethe stellte oft die Idee auf, dass der Mensch durch seine Verbindung mit der Natur zu einem höheren Bewusstsein und zu einer tieferen Verbindung mit dem Leben gelangen kann.

Auch heute bleibt dieses Gedicht von Bedeutung, da es die zeitlose Schönheit der Natur und die universelle Erfahrung von Liebe und Freude feiert. Es erinnert uns daran, dass in der Natur, in der Liebe und in der einfachen Freude des Lebens eine unerschöpfliche Quelle für Glück und Frieden zu finden ist.

Daten zum Zitat

Autor:
Johann Wolfgang von Goethe
Tätigkeit:
Dichter, Schriftsteller, Naturwissenschaftler,
Epoche:
Klassik
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Emotion:
Keine Emotion