Mitten in der Nacht wachte sie auf und träumte von riesigen weißen Köpfen, die wie Rüben aussahen und mit riesigen schwarzen Augen an den Enden endloser Hälse hinter ihr herliefen. Aber da sie eine vernünftige Frau war, unterdrückte sie ihre Ängste, drehte sich um und schlief wieder ein.
- Herbert George Wells

Klugwort Reflexion zum Zitat
Herbert George Wells schildert in diesem Zitat eine surreale Traumsequenz, die zugleich skurril und unheimlich ist. Der Traum von 'weißen Köpfen wie Rüben' und 'schwarzen Augen' scheint eine Manifestation von unterbewussten Ängsten zu sein, die trotz ihrer bizarren Natur als tief menschlich empfunden werden können. Doch die Reaktion der Protagonistin – ihre Entscheidung, ihre Ängste zu unterdrücken und weiterzuschlafen – vermittelt eine Botschaft von Rationalität und Kontrolle über die eigene Psyche.
Das Zitat regt dazu an, über den Umgang mit Ängsten nachzudenken: Wie oft konfrontieren wir unsere inneren Unsicherheiten direkt, und wie oft verdrängen wir sie? Wells zeigt, dass Vernunft und Pragmatismus wirksame Mittel sein können, um irrationale Ängste zu bewältigen, ohne sich von ihnen lähmen zu lassen. Diese pragmatische Haltung erinnert daran, dass nicht jede Furcht ernst genommen werden muss und dass oft die bewusste Entscheidung, weiterzumachen, uns hilft, in schwierigen Momenten voranzukommen.
Die surrealen Elemente des Traums laden außerdem dazu ein, die Rolle des Unterbewusstseins in unserem Leben zu reflektieren. Träume können tiefere Wahrheiten oder innere Konflikte enthüllen, doch Wells’ Protagonistin zeigt, dass der Alltag oft einen klaren Kopf und die Fähigkeit verlangt, sich von solchen Bildern nicht übermäßig beeinflussen zu lassen.
Zitat Kontext
Herbert George Wells, ein Pionier der Science-Fiction-Literatur, nutzte in vielen seiner Werke Träume und surreale Bilder, um tieferliegende Ängste und menschliche Konflikte darzustellen. Dieses Zitat zeigt seine Fähigkeit, die Grenzen zwischen Realität und Fantasie zu verwischen und dabei essentielle menschliche Eigenschaften wie Vernunft und Selbstbeherrschung hervorzuheben.
In einer Zeit, die von technologischen und gesellschaftlichen Umbrüchen geprägt war, erforschte Wells die Spannungen zwischen Instinkt, Rationalität und der modernen Welt. Der Traum in diesem Zitat könnte als Symbol für die Unsicherheiten seiner Zeit interpretiert werden, während die Reaktion der Protagonistin die Kraft der Vernunft und Resilienz betont. Auch heute erinnert uns Wells daran, dass innere Ängste und irrationale Gedanken Teil des menschlichen Lebens sind, dass wir jedoch die Fähigkeit besitzen, mit Ruhe und Rationalität darauf zu reagieren. Seine Worte verbinden Fantasie mit psychologischer Tiefe und laden dazu ein, über die Balance zwischen Emotion und Vernunft nachzudenken.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Herbert George Wells
- Tätigkeit:
- britischer Schriftsteller, Historiker und Soziologe
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion