Jede Beschränkung hingegen, sogar die geistige, ist unserm Glücke förderlich. Denn je weniger Erregung des Willens, desto weniger Leiden: und wir wissen, daß das Leiden das Positive, das Glück bloß negativ ist.

- Arthur Schopenhauer

Arthur Schopenhauer

Klugwort Reflexion zum Zitat

Arthur Schopenhauer beschreibt in diesem Zitat seine pessimistischen Ansichten über das menschliche Glück. Er argumentiert, dass Glück kein aktiver Zustand ist, sondern vielmehr die Abwesenheit von Leid. Je weniger unser Wille erregt wird – also je weniger wir nach etwas streben oder uns von Wünschen und Sehnsüchten treiben lassen – desto weniger leiden wir.

Diese Einsicht fordert uns auf, über unser eigenes Streben nach Glück nachzudenken. In einer Welt, in der Menschen oft nach immer mehr streben – sei es nach Erfolg, Reichtum oder Anerkennung –, zeigt Schopenhauer, dass wahres Glück nicht in der Erfüllung von Wünschen liegt, sondern in der Befreiung von ihnen. Wer weniger begehrt, wird weniger enttäuscht und leidet somit weniger.

Sein Zitat steht im Gegensatz zu modernen Vorstellungen von Glück, die oft mit Aktivität und Selbstverwirklichung verbunden sind. Schopenhauer hingegen sieht Zufriedenheit in der Reduktion von Wünschen und der Akzeptanz von Grenzen. Weniger ist mehr – nicht weil es genügsam macht, sondern weil es uns vor unnötigem Leiden bewahrt.

In der heutigen Zeit, in der Konsum und ständige Selbstoptimierung dominieren, bleibt Schopenhauers Gedanke hochaktuell. Sein Zitat erinnert uns daran, dass wahres Glück oft nicht durch das Hinzufügen von Dingen entsteht, sondern durch das Weglassen – durch innere Ruhe, Bescheidenheit und die Vermeidung übermäßiger Erwartungen.

Zitat Kontext

Arthur Schopenhauer (1788–1860) war ein deutscher Philosoph, dessen Werk stark vom Buddhismus und der indischen Philosophie beeinflusst wurde. Seine pessimistische Weltsicht besagt, dass das Leben hauptsächlich aus Leiden besteht und dass wahres Glück nur durch die Reduzierung von Wünschen erreicht werden kann.

Dieses Zitat steht im Kontext seiner Lehre, dass das Glück nur eine 'negative' Erscheinung ist – es ist nicht etwas, das man aktiv erreichen kann, sondern etwas, das durch die Abwesenheit von Leid entsteht. Seine Philosophie fordert dazu auf, Verlangen zu kontrollieren, um das Leiden zu minimieren.

Heute bleibt seine Sichtweise besonders relevant in Diskussionen über Minimalismus, Achtsamkeit und die Flucht aus dem ständigen Streben nach mehr. Sein Zitat lehrt uns, dass wahre Zufriedenheit oft im Loslassen von Erwartungen und nicht in der Erfüllung neuer Wünsche liegt.

Daten zum Zitat

Autor:
Arthur Schopenhauer
Tätigkeit:
deutscher Philosoph
Epoche:
Moderne
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Emotion:
Keine Emotion