Ich sage dir, Dummheit, selbstschützende Dummheit, ist die grundlegende Sünde. Kein lebender Mensch hat ein Recht auf Zufriedenheit. Kein lebender Mensch hat ein Recht auf geistige Ruhe. Kein Mensch hat das Recht, so dumm zu sein, wie es gebildete, liberale Männer bei der törichten Angelegenheit in Genf waren. Menschen, die über Freizeit, Begabungen und Mittel verfügen, haben kein Recht, ihr Gewissen mit einem solchen Schwindel zu unterdrücken.
- Herbert George Wells

Klugwort Reflexion zum Zitat
Herbert George Wells bringt in diesem Zitat eine scharfe Kritik an Gleichgültigkeit und intellektueller Trägheit zum Ausdruck. Für ihn ist Dummheit nicht bloß ein Mangel an Wissen, sondern eine bewusste Entscheidung, Verantwortung und Erkenntnis zu vermeiden. Besonders verurteilt er jene, die über Bildung und Ressourcen verfügen, diese jedoch nicht nutzen, um aktiv gegen Ungerechtigkeit oder Unvernunft vorzugehen. Stattdessen schützen sie ihre geistige Ruhe und Zufriedenheit, indem sie sich von den Herausforderungen der Realität abschotten.
Wells fordert, dass niemand – besonders nicht die Gebildeten – das Recht hat, sich mit Mittelmäßigkeit und Unwissenheit zufriedenzugeben. Seine Kritik ist eine Erinnerung daran, dass Bildung und Fähigkeiten Verpflichtungen mit sich bringen. Diese Verpflichtungen betreffen nicht nur den Einzelnen, sondern die Gesellschaft als Ganzes. Der Kampf gegen ‚selbstschützende Dummheit‘ ist somit auch ein Kampf für Fortschritt, Gerechtigkeit und moralische Integrität.
Dieses Zitat lädt dazu ein, die eigene Verantwortung als privilegierter Mensch zu reflektieren. Es erinnert daran, dass geistige Ruhe kein Ziel, sondern ein Hindernis sein kann, wenn sie auf Kosten von Wachsamkeit und Engagement für die Wahrheit geht. Wells ruft uns auf, Unrecht und Ignoranz nicht zu ignorieren, sondern aktiv dagegen anzutreten und die eigene intellektuelle und moralische Verantwortung ernst zu nehmen.
Zitat Kontext
Herbert George Wells, ein prominenter britischer Autor und Sozialkritiker, lebte in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen. Seine Werke und Gedanken waren stark geprägt von den Herausforderungen des frühen 20. Jahrhunderts, darunter die Auswirkungen von Kolonialismus, Krieg und sozialer Ungleichheit. Dieses Zitat könnte im Kontext seiner Sorge um die Verantwortung der intellektuellen Elite stehen, die oft untätig blieb, während die Welt um sie herum in Unordnung geriet.
Die ‚törichte Angelegenheit in Genf‘, die Wells erwähnt, verweist vermutlich auf politische oder diplomatische Entscheidungen, bei denen Ideale wie Frieden oder Gerechtigkeit den Interessen einiger weniger geopfert wurden. Wells kritisierte häufig, dass diejenigen, die über Bildung und Einfluss verfügten, ihrer moralischen Verpflichtung nicht nachkamen.
Auch heute ist dieses Zitat von Bedeutung, da es eine starke Aufforderung an alle ist, die über Ressourcen und Wissen verfügen, diese aktiv für das Gemeinwohl einzusetzen. In einer Welt, die oft von Ignoranz, Gleichgültigkeit und Selbstzufriedenheit geprägt ist, bleibt Wells’ Appell eine zeitlose Mahnung, Verantwortung zu übernehmen, wachsam zu bleiben und nicht in die Falle ‚selbstschützender Dummheit‘ zu geraten. Seine Worte inspirieren, das eigene Potenzial zu nutzen, um positive Veränderungen herbeizuführen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Herbert George Wells
- Tätigkeit:
- britischer Schriftsteller, Historiker und Soziologe
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion