Ein Mensch, der in Demut, Dankbarkeit und Mäßigung isst, bei seiner Frau liegt oder sich auf das Schlafengehen vorbereitet, befindet sich nach christlichen Maßstäben in einem unendlich höheren Zustand als jemand, der in einem Zustand des Stolzes Bach hört oder Plato liest.
- Clive Staples Lewis

Klugwort Reflexion zum Zitat
Dieses Zitat von C.S. Lewis lädt dazu ein, über die wahren Werte im Leben nachzudenken und unsere Prioritäten zu hinterfragen. Lewis stellt hier den vermeintlich 'höheren' Akt des philosophischen Denkens und der künstlerischen Genüsse wie das Hören von Bach oder das Lesen von Plato in den Kontext einer tieferen christlichen Moral. Nach Lewis ist der Mensch, der in bescheidenen, alltäglichen Momenten – beim Essen, beim Zusammensein mit der Familie oder in der Vorbereitung auf den Schlaf – in Demut und Dankbarkeit lebt, in einem moralisch und spirituell höheren Zustand als derjenige, der sich in Stolz und intellektueller Arroganz verliert.
Die zugrunde liegende Bedeutung ist, dass wahre Tugend nicht in großen, öffentlichen Taten oder im Streben nach Wissen um jeden Preis zu finden ist, sondern in der Art und Weise, wie wir die kleinen, alltäglichen Momente des Lebens wahrnehmen und in ihnen ein moralisches und ethisches Leben führen. Lewis fordert uns auf, in unseren einfacheren, intimen Momenten der Zuwendung zu anderen Menschen und zur eigenen Bescheidenheit ein höheres Maß an Weisheit und Lebenserfüllung zu erkennen, als es in der überheblichen Gier nach Wissen oder in der Auslebung von Stolz und Eitelkeit zu finden ist. Diese Haltung macht deutlich, dass es oft nicht die großen, spektakulären Handlungen sind, die uns wahre Erfüllung und innere Zufriedenheit bringen, sondern die Demut in den scheinbar unbedeutendsten Aspekten unseres Lebens.
In einer Welt, die oft von Erfolg und Status, von Wissen und Macht geprägt ist, erinnert uns dieses Zitat daran, dass wahre Größe nicht immer in den äußeren Leistungen, sondern in der inneren Haltung zu finden ist – im einfachen, aber aufrichtigen Leben, das mit Dankbarkeit, Liebe und Mäßigung geführt wird.
Zitat Kontext
C.S. Lewis, der vor allem für seine Werke wie *Die Chroniken von Narnia* und *Die vier Liebesarten* bekannt ist, war ein englischer Schriftsteller, Theologe und Literaturwissenschaftler, der das Christentum stark in seine Schriften integrierte. In seiner Zeit, vor allem in den 1940er und 1950er Jahren, war die westliche Welt von einer tiefen intellektuellen und kulturellen Strömung geprägt, die oft den Wert von Wissen, Wissenschaft und Philosophie betonte. Lewis' Werke bieten eine bemerkenswerte Synthese aus tiefgründiger Philosophie und christlicher Theologie.
In diesem Zitat kritisiert er indirekt den Stolz und die Intellektualität, die den westlichen Diskurs der damaligen Zeit dominierten, und stellt sie demütigeren, alltäglicheren Praktiken gegenüber. Für Lewis ist das wahre Leben nicht das Leben des Philosophen oder des Musikliebhabers, der in intellektueller Erhabenheit lebt, sondern das Leben des Menschen, der seine täglichen Tätigkeiten mit einer Haltung der Dankbarkeit und Mäßigung angeht. Das Zitat spiegelt die christliche Vorstellung von Bescheidenheit und Selbstgenügsamkeit wider und betont die Bedeutung der geistigen Haltung gegenüber äußeren, weltlichen Erfolgen.
In einem historischen Kontext gesehen, ist das Zitat auch eine Reaktion auf die zunehmende Bedeutung von Materialismus und Status in der westlichen Gesellschaft der Nachkriegszeit. Lewis fordert dazu auf, die Werte von Tugend und Bescheidenheit in den einfachen, menschlichen Aspekten des Lebens wieder zu entdecken. Diese Perspektive ist auch heute noch von Relevanz, da sie uns einlädt, über die wahre Bedeutung von Erfolg, Glück und spirituellem Wohlstand nachzudenken. Es ist ein Appell, sich von oberflächlichen Maßstäben zu lösen und in den alltäglichen Momenten eine tiefere, moralische Erfüllung zu finden.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Clive Staples Lewis
- Tätigkeit:
- brit. Schriftsteller und Theologe
- Epoche:
- Nachkriegszeit
- Emotion:
- Keine Emotion