Das Gift der Missgunst wuchert wild im Herzen und lässt den, der es getrunken, doppelt Qual erleiden; er hat an seines eignen Unheils Last zu schleppen und stöhnt zu gleicher Zeit beim Anblick fremden Glücks.

- Aischylos

Aischylos

Klugwort Reflexion zum Zitat

Aischylos beschreibt hier das zerstörerische Wesen der Missgunst. Er zeigt, dass sie nicht nur denjenigen trifft, dem sie entgegengebracht wird, sondern vor allem denjenigen, der sie empfindet. Missgunst verdoppelt das Leid: Sie lässt Menschen nicht nur mit ihrem eigenen Unglück kämpfen, sondern auch das Glück anderer als zusätzliche Belastung empfinden.

Dieses Zitat fordert uns auf, über den Ursprung von Neid und Missgunst nachzudenken. Warum fällt es so schwer, sich uneigennützig über den Erfolg anderer zu freuen? Oft entsteht Missgunst aus einem Gefühl der eigenen Unzulänglichkeit oder Ungerechtigkeit. Doch anstatt Motivation zu sein, führt sie oft zu Bitterkeit und Unzufriedenheit.

Aischylos zeigt hier eine universelle menschliche Schwäche auf. Neid und Missgunst sind nicht nur in der Antike, sondern auch heute weit verbreitet – sei es im Berufsleben, in sozialen Medien oder im persönlichen Umfeld. Sein Zitat ist eine Mahnung, dass Missgunst letztlich eine selbstzerstörerische Emotion ist, die nicht das Leben anderer, sondern vor allem das eigene vergiftet.

Besonders in einer Zeit, in der Vergleiche durch soziale Medien allgegenwärtig sind, bleibt seine Botschaft hochaktuell. Sie erinnert uns daran, dass Glück nicht aus dem Vergleichen mit anderen kommt, sondern aus innerer Zufriedenheit und der Fähigkeit, anderen ihren Erfolg zu gönnen.

Zitat Kontext

Aischylos (ca. 525–456 v. Chr.) war ein griechischer Dramatiker, der als Begründer der Tragödie gilt. Seine Werke beschäftigen sich oft mit menschlichen Emotionen und ethischen Konflikten.

Dieses Zitat passt in den Kontext der griechischen Tragödie, die häufig die zerstörerischen Auswirkungen negativer menschlicher Eigenschaften thematisierte. Missgunst und Neid waren in der antiken Moralauffassung gefährliche Laster, die nicht nur das Individuum, sondern auch die Gesellschaft schädigen konnten.

Heute bleibt Aischylos’ Einsicht von Bedeutung. In einer Welt, die oft durch Status und Wettbewerb geprägt ist, erinnert er uns daran, dass Missgunst kein Weg zu Glück oder Erfolg ist. Sein Zitat zeigt, dass das Glück anderer kein Grund zur Frustration sein sollte – sondern eine Gelegenheit, sich selbst auf das eigene Leben zu konzentrieren.

Daten zum Zitat

Autor:
Aischylos
Tätigkeit:
gr. Dramatiker
Epoche:
Klassische Antike
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Emotion:
Keine Emotion