Das Genie erbt nichts, nicht einmal Vorurteile: es sieht die Natur immer zum ersten Mal. Unter allen Dingen entdeckt es Beziehungen. Durch die Oberfläche blickt es in die Tiefe. Ob auch alles schweigt, es hört sprechen; wo es hinhorcht, tönt es, wo es hinblickt, löst sich Geist ab. Vergänglichem haucht es Ewigkeit ein: es hat Blitze, die am Firmamente haften bleiben!
- Emanuel Wertheimer

Klugwort Reflexion zum Zitat
Emanuel Wertheimer beschreibt in diesem Zitat das Wesen des Genies als eine einzigartige Fähigkeit, die Welt mit frischem, unverfälschtem Blick zu betrachten. Das Genie wird nicht durch Vorurteile oder Konventionen beschränkt, sondern ist in der Lage, die Tiefe der Dinge zu erkennen und Verbindungen zu schaffen, die anderen verborgen bleiben. Es ist diese besondere Wahrnehmung, die ihm ermöglicht, das Vergängliche in etwas Ewiges zu verwandeln und bleibende Eindrücke zu hinterlassen.
Die Reflexion zeigt, dass Wertheimer das Genie als eine kreative und transzendente Kraft sieht. Während gewöhnliche Menschen oft durch ihre Erfahrungen, Traditionen und Erwartungen geprägt sind, agiert das Genie frei von diesen Einschränkungen. Diese Freiheit erlaubt es ihm, die Welt auf eine Weise zu interpretieren, die sowohl originell als auch universell ist. Es hört Stimmen im Schweigen, entdeckt Leben in der Stille und sieht in allem, was es betrachtet, einen tieferen Sinn.
Dieses Zitat lädt dazu ein, über die eigene Wahrnehmung und Kreativität nachzudenken. Wie oft sehen wir die Welt durch die Linse von Vorurteilen und Gewohnheiten? Wertheimer fordert uns auf, die Welt mit einem offenen, neugierigen Geist zu betrachten und die verborgenen Verbindungen und Bedeutungen in den Dingen zu suchen. Diese Perspektive ist nicht nur für Genies zugänglich, sondern für jeden, der bereit ist, die Oberfläche zu durchdringen und die Tiefe zu erkunden.
Letztlich ist dies ein Aufruf, die eigene Kreativität und Wahrnehmung zu kultivieren. Wertheimer inspiriert uns, die Welt mit Staunen und Offenheit zu betrachten, die Vergänglichkeit zu schätzen und gleichzeitig nach der Ewigkeit in den Dingen zu suchen. Seine Worte erinnern daran, dass wahre Genialität nicht nur in großen Taten liegt, sondern in der Fähigkeit, die Schönheit und Bedeutung in den scheinbar gewöhnlichen Momenten des Lebens zu erkennen.
Zitat Kontext
Emanuel Wertheimer, ein österreichischer Philosoph und Aphoristiker, war bekannt für seine tiefgründigen und poetischen Reflexionen über das Leben, die Kunst und die menschliche Natur. Dieses Zitat spiegelt seine Vorstellung von Genialität wider, die er als einen Zustand des reinen Sehens und Schaffens beschreibt – ungetrübt von gesellschaftlichen oder intellektuellen Einschränkungen.
Der historische Kontext zeigt, dass Wertheimer in einer Zeit lebte, in der Individualität und Kreativität zunehmend als wichtige Werte anerkannt wurden. Seine Beschreibung des Genies passt zu den Idealen der Romantik und der Moderne, die das einzigartige, schöpferische Individuum feierten. Seine Worte sind ein Ausdruck dieses kulturellen Geistes, der das Genie als eine Kraft darstellt, die die Welt auf eine transformative Weise beeinflusst.
Auch heute hat dieses Zitat Relevanz. In einer Welt, die oft von Routine und Pragmatismus geprägt ist, erinnert es daran, die eigene Wahrnehmung zu hinterfragen und Raum für Kreativität und Originalität zu schaffen. Wertheimers Beschreibung des Genies lädt dazu ein, die Welt auf eine tiefere, bedeutungsvollere Weise zu betrachten.
Seine Worte inspirieren dazu, die eigene Denkweise zu erweitern und die Verbindungen und Bedeutungen in den Dingen zu suchen, die oft übersehen werden. Sie sind eine zeitlose Erinnerung daran, dass Genialität nicht nur eine seltene Gabe ist, sondern auch eine Haltung, die durch Offenheit, Neugier und tiefes Empfinden kultiviert werden kann.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Emanuel Wertheimer
- Tätigkeit:
- ungar. deutsch. österr. Aphoristiker und Schriftsteller
- Epoche:
- Moderne
- Mehr?
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- Emotion:
- Keine Emotion