Wir alle lassen uns vom Streben nach Anerkennung mitreißen. Gerade die besten lassen sich durch den Gedanken an Ruhm leiten. Denn selbst jene Philosophen, die über die Geringschätzung des Ruhmes schreiben, setzten ihre Namen auf die Bücher.
- Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat
Cicero beleuchtet in diesem Zitat die tiefe Verankerung des Strebens nach Anerkennung im menschlichen Wesen.
Er betont, dass selbst die Besten unter uns nicht frei von dem Wunsch nach Ruhm sind. Dieses Streben ist so allgegenwärtig, dass es sogar diejenigen erfasst, die sich öffentlich gegen die Eitelkeit des Ruhmes aussprechen. Die Ironie liegt darin, dass Philosophen, die den Ruhm kritisieren, dennoch ihre Namen auf ihre Werke setzen, um erkannt und erinnert zu werden.
Dieses Verhalten zeigt, wie schwer es ist, sich von der menschlichen Neigung zur Selbstdarstellung und zum Streben nach Anerkennung zu lösen. Es stellt die Frage, ob es überhaupt möglich ist, völlig selbstlos zu handeln, oder ob der Wunsch nach Anerkennung ein unvermeidbarer Teil unserer Natur ist.
In der heutigen Gesellschaft, die durch soziale Medien und ständige Selbstpräsentation geprägt ist, gewinnt Ciceros Beobachtung an Aktualität. Wir teilen unsere Erfolge und Meinungen in der Hoffnung auf Likes und Bestätigung, ähnlich wie die Philosophen ihre Namen auf Bücher setzten.
Das Zitat lädt dazu ein, über die Beweggründe unseres Handelns nachzudenken. Es fordert uns auf, ehrlich zu uns selbst zu sein und zu reflektieren, inwieweit unser Streben nach Anerkennung unsere Entscheidungen beeinflusst. Vielleicht ist es weniger wichtig, den Wunsch nach Ruhm vollständig zu eliminieren, als ihn zu erkennen und bewusst damit umzugehen.
Zitat Kontext
Marcus Tullius Cicero war ein römischer Staatsmann, Anwalt und Philosoph des 1. Jahrhunderts v. Chr.
Er lebte in einer Zeit politischer Unruhen und war bekannt für seine rhetorischen Fähigkeiten und seine philosophischen Schriften. Cicero setzte sich intensiv mit ethischen Fragen auseinander und war beeinflusst von den Lehren der Stoiker und Epikureer.
Das Zitat spiegelt die römische Gesellschaft wider, in der Ruhm und Ehre zentrale Werte waren. Öffentliche Anerkennung war nicht nur eine persönliche Errungenschaft, sondern auch ein Mittel, sozialen Status und politischen Einfluss zu erlangen. Cicero selbst strebte nach Ruhm und nutzte seine Redekunst, um sich einen Namen zu machen.
Seine Bemerkung über die Philosophen, die ihre Namen auf Bücher setzen, kann auch als Selbstkritik verstanden werden. Cicero veröffentlichte zahlreiche Werke und war sich der eigenen Eitelkeit bewusst. Er erkannte die menschliche Schwäche, Anerkennung zu suchen, und thematisierte diese in seinen Schriften.
Im historischen Kontext weist das Zitat auf die universelle menschliche Natur hin, die sich über Jahrtausende kaum verändert hat. Ciceros Einsicht zeigt, dass selbst in der Antike Menschen mit denselben inneren Konflikten kämpften wie heute. Seine Worte ermutigen dazu, die Motivationen hinter unseren Handlungen zu hinterfragen und ein authentisches Leben zu führen, das nicht ausschließlich von äußerer Anerkennung abhängig ist.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Cicero
- Tätigkeit:
- römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
- Epoche:
- Klassische Antike
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- Emotion:
- Keine Emotion