Wenn dich der Egoismus ganz erfüllt und gefasst hat, sei es als Freude, als Triumph, als Begier, als Hoffnung, oder als wütender Schmerz, als Ärger, als Zorn, als Furcht, als Misstrauen, als Eifer jeder Art; so bist du in des Teufels Klauen, und wie ist einerlei. – Dass du eilest herauszukommen, tut not, und wie ist wieder einerlei.
- Arthur Schopenhauer

Klugwort Reflexion zum Zitat
Arthur Schopenhauer beschreibt in diesem Zitat die Gefahren des Egoismus und seiner mannigfaltigen Erscheinungsformen. Egoistische Gefühle – ob Freude, Triumph, Ärger oder Furcht – werden von ihm als Fesseln betrachtet, die den Menschen in eine destruktive Spirale ziehen. Für Schopenhauer sind diese Zustände gleichbedeutend mit einem Verlust der Kontrolle und der Freiheit. Das zentrale Anliegen ist, diesen Fängen zu entkommen, unabhängig davon, wie dies geschieht.
Das Zitat lädt zur Selbstreflexion ein und fordert, den Egoismus nicht nur als isoliertes Verhalten, sondern als allumfassende Haltung zu betrachten, die sich in unterschiedlichsten Gefühlen äußern kann. Schopenhauer mahnt, dass Egoismus den Blick auf das Wesentliche verzerrt und die Fähigkeit zur wahren Freiheit und inneren Ruhe untergräbt. Seine Worte betonen die Notwendigkeit, sich von solchen Zuständen zu lösen, um ein ausgeglichenes und erfülltes Leben zu führen.
In einer Welt, die oft von Individualismus und Selbstverwirklichung geprägt ist, bleibt Schopenhauers Botschaft relevant. Sie erinnert daran, dass übermäßiger Egoismus nicht nur destruktiv für das Individuum, sondern auch für die Gemeinschaft ist. Seine Worte sind ein Appell, in sich zu gehen, die eigenen Motive zu hinterfragen und Wege zu finden, sich von destruktiven Mustern zu befreien. Es ist ein Ruf nach innerer Befreiung und einem Leben im Einklang mit größeren Werten als dem eigenen Ego.
Zitat Kontext
Arthur Schopenhauer, einer der einflussreichsten Philosophen des 19. Jahrhunderts, widmete sich in seinen Schriften oft der menschlichen Natur und den Trieben, die das Verhalten bestimmen. In diesem Zitat thematisiert er die alles vereinnahmende Kraft des Egoismus, die er als eine der zentralen Schwächen des Menschen betrachtete.
Schopenhauer schrieb in einer Zeit, die stark von Individualismus und der aufkommenden Moderne geprägt war. Seine Philosophie war oft eine Kritik an der selbstsüchtigen Natur des Menschen und eine Mahnung, diese durch Reflexion und philosophische Einsicht zu überwinden. Für ihn war das Streben nach Überwindung des Egoismus eine Voraussetzung für ein tugendhaftes und friedvolles Leben.
Heute, in einer Ära, die durch Selbstoptimierung und Konkurrenz geprägt ist, bietet Schopenhauers Zitat eine zeitlose Lehre. Es erinnert daran, dass übermäßiger Egoismus nicht nur Beziehungen und Gemeinschaften belastet, sondern auch die eigene Lebensqualität beeinträchtigt. Seine Worte sind eine Einladung, den Fokus auf altruistische Werte zu legen und sich von den ‚Klauen des Teufels‘ – dem Egoismus in all seinen Formen – zu lösen, um inneren Frieden und Harmonie zu finden.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Arthur Schopenhauer
- Tätigkeit:
- deutscher Philosoph
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion