Vorher waren sie Tiere, deren Instinkte an ihre Umgebung angepasst waren und die so glücklich waren, wie ein Lebewesen nur sein kann. Jetzt stolperten sie in den Fesseln der Menschlichkeit, lebten in einer Angst, die nie verging, geplagt von einem Gesetz, das sie nicht verstehen konnten; ihr scheinbar menschliches Dasein, das in einer Qual begann, war ein einziger langer innerer Kampf, ein einziger langer Schrecken vor Moreau -.
- Herbert George Wells

Klugwort Reflexion zum Zitat
H. G. Wells beschreibt hier eindringlich das Dilemma zwischen Natur und Kultur, zwischen Instinkt und Menschlichkeit. In einer Welt, in der die ursprüngliche Harmonie durch Regeln und Gesetze ersetzt wird, leidet das Individuum unter den Anforderungen, die es weder versteht noch akzeptieren kann. Dieses Zitat spiegelt die Tragik wider, die entsteht, wenn der natürliche Lebensfluss durch äußere Zwänge gestört wird.
Es regt dazu an, darüber nachzudenken, welche Rolle Instinkt und Anpassung in unserem eigenen Leben spielen. Sind wir in unserer Menschlichkeit wirklich freier, oder sind wir Gefangene gesellschaftlicher Erwartungen und Gesetze? Die Beschreibung der Qualen und Ängste zeigt, wie wichtig es ist, ein Gleichgewicht zwischen der natürlichen Ordnung und den Anforderungen der Zivilisation zu finden. Wells’ Worte sind eine Mahnung, dass Menschlichkeit nicht nur eine Errungenschaft, sondern auch eine Bürde sein kann.
Zitat Kontext
H. G. Wells, einer der Pioniere der Science-Fiction, schrieb diese Worte in seinem Roman 'Die Insel des Dr. Moreau'. Das Buch, veröffentlicht im Jahr 1896, erzählt die Geschichte eines Wissenschaftlers, der Tiere durch chirurgische Experimente in menschenähnliche Wesen verwandelt. Das Zitat beschreibt das Leiden dieser Kreaturen, die zwischen Tier und Mensch gefangen sind.
Wells nutzt diese Geschichte, um tiefere Fragen über Ethik, Wissenschaft und die menschliche Natur zu stellen. In einer Zeit, die von technologischen Fortschritten und der Debatte über Moral geprägt war, war 'Die Insel des Dr. Moreau' eine kritische Reflexion über die Gefahren des Menschen, in die natürliche Ordnung einzugreifen. Die Tragik der Kreaturen bleibt eine kraftvolle Metapher für den inneren Konflikt, der entsteht, wenn wir unsere natürlichen Instinkte zugunsten gesellschaftlicher Regeln aufgeben.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Herbert George Wells
- Tätigkeit:
- britischer Schriftsteller, Historiker und Soziologe
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion