Niemand hat alle Gaben, Ämter und Tugenden. So muß an einem jeglichen Christen etwas sein, was da mangelt. Darum hat es Gott so geordnet, daß einer dem anderen diene.

- Martin Luther

Martin Luther

Klugwort Reflexion zum Zitat

Luther unterstreicht hier die menschliche Unvollkommenheit und die Notwendigkeit der gegenseitigen Hilfe in einer Gemeinschaft. Kein Mensch ist in der Lage, alle Fähigkeiten, Rollen oder moralischen Tugenden zu besitzen. Diese Begrenztheit ist jedoch kein Makel, sondern ein göttliches Prinzip, das darauf abzielt, die Menschen in einen Zustand der gegenseitigen Abhängigkeit und Unterstützung zu bringen. Indem jeder dem anderen dient und auf ihn angewiesen ist, entsteht ein harmonisches Geflecht von Beziehungen, das die Gemeinschaft stärkt und jeden Einzelnen ergänzt.

Dieses Zitat lädt dazu ein, über den Wert von Demut und Gemeinschaft nachzudenken. Es ermutigt dazu, eigene Schwächen anzunehmen und in der Stärke anderer keinen Anlass zur Eifersucht, sondern zur Dankbarkeit zu sehen. Es erinnert daran, dass wahre Größe darin liegt, nicht isoliert zu glänzen, sondern durch den Dienst am Nächsten die eigene Rolle in einem größeren Ganzen zu finden.

Zitat Kontext

Martin Luther, der Begründer der Reformation, betonte oft die Bedeutung der Gemeinschaft der Gläubigen und die Rolle der Demut. Dieses Zitat reflektiert seine Überzeugung, dass jeder Mensch durch Gottes Willen in eine gegenseitige Verantwortung gestellt ist. Es zeigt die Grundlage für das lutherische Verständnis von Nächstenliebe und christlicher Ethik.

Daten zum Zitat

Autor:
Martin Luther
Tätigkeit:
deutscher Theologe, Mönch und Reformator
Epoche:
Spätrenaissance / Manierismus
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Emotion:
Keine Emotion