Mit einem Buche: Mit schlimmsten Namen darfst mich nennen, Darfst mit mir gehn ins strengste Gericht, Darfst mich zerreißen, verlieren, verbrennen; Nur mich verleihen, das darfst du nicht.

- Marie von Ebner-Eschenbach

Marie von Ebner-Eschenbach

Klugwort Reflexion zum Zitat

Dieses Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach bringt die Wertschätzung und das Besondere eines Buches auf poetische Weise zum Ausdruck. Die Aussage verdeutlicht, dass ein Buch mehr als nur ein physisches Objekt ist – es ist ein Begleiter, ein Freund, ein Zeugnis des Intellekts und der Kreativität. Die humorvolle Warnung, ein Buch nicht zu verleihen, entspringt der Erfahrung, dass verliehene Bücher oft nicht zurückkehren, wodurch eine persönliche Verbindung verloren geht.

Die Botschaft des Gedichts ist vielschichtig. Es weist darauf hin, dass Bücher für den Leser eine intime Bedeutung haben können. Sie spiegeln Erinnerungen, Gedanken und Momente wider, die über das geschriebene Wort hinausgehen. Indem das Verleihen untersagt wird, schützt der Leser diese Bindung vor der Gefahr des Verlusts – sowohl des physischen Buches als auch der damit verbundenen Erinnerungen.

Das Zitat lädt dazu ein, über den Wert von Büchern nachzudenken, nicht nur als Träger von Wissen, sondern auch als Symbol für persönliche Reflexion und intellektuelle Freiheit. Es erinnert uns daran, dass Bücher trotz moderner Technologien einen einzigartigen Platz in unserem Leben einnehmen können und oft unersetzlich sind.

Zitat Kontext

Marie von Ebner-Eschenbach war eine österreichische Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts, die für ihre scharfsinnigen Aphorismen, Erzählungen und Gedichte bekannt ist. Ihre Werke behandeln oft Themen wie Moral, Menschlichkeit und die sozialen Spannungen ihrer Zeit. Dieses Gedicht ist ein Beispiel für ihren feinsinnigen Humor und ihre tiefe Wertschätzung von Literatur.

In einer Ära, in der Bücher kostbare Besitztümer waren und der Zugang zu ihnen nicht selbstverständlich, war das Verleihen von Büchern ein Vertrauensbeweis, aber auch ein Risiko. Bücher symbolisierten Bildung und Kultur und wurden oft als persönlicher Schatz betrachtet. Ebner-Eschenbachs Gedicht greift diese historische Bedeutung auf und verbindet sie mit einer zeitlosen Warnung, die viele Leser auch heute noch nachvollziehen können.

In der heutigen Zeit des digitalen Lesens verliert das physische Buch zwar etwas an Bedeutung, doch die Essenz dieses Zitats bleibt aktuell. Es spricht die tiefere Bindung an, die Leser zu einem Buch entwickeln können – unabhängig davon, ob es in gedruckter oder digitaler Form vorliegt. Das Gedicht erinnert an die persönliche, emotionale und oft unersetzliche Verbindung zwischen einem Menschen und seinem Buch.

Daten zum Zitat

Autor:
Marie von Ebner-Eschenbach
Tätigkeit:
Österreichische Schriftstellerin
Epoche:
Realismus
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Emotion:
Keine Emotion