Glaube: Ohne Beweise das von jemandem Gesagte zu akzeptieren, der ohne Kenntnis über noch nie dagewesene Dinge spricht.
- Ambrose Gwinnett Bierce
Klugwort Reflexion zum Zitat
Ambrose Bierces Definition von Glauben in seiner charakteristisch sarkastischen Art regt zu einer kritischen Auseinandersetzung mit der Natur des Glaubens an. Der Fokus liegt auf der menschlichen Neigung, unbegründete Aussagen oder Überzeugungen zu akzeptieren, oft ohne hinterfragende Reflexion.
Das Zitat stellt die Grenze zwischen Wissen und Glauben infrage. Während Wissen durch Beweise gestützt wird, basiert Glaube häufig auf Vertrauen, Tradition oder emotionalen Bedürfnissen. Bierce kritisiert dabei die Leichtgläubigkeit, die es ermöglicht, Aussagen ohne Beweise als Wahrheit zu akzeptieren. Diese Perspektive ist in einer Zeit, in der Fehlinformationen weit verbreitet sind, besonders relevant.
Gleichzeitig wirft das Zitat die Frage auf, ob Glaube, trotz des Mangels an Beweisen, nicht auch eine positive Rolle spielen kann. Glaube kann Hoffnung spenden, Orientierung geben und Gemeinschaft fördern. Bierces provokanter Ansatz lenkt die Aufmerksamkeit darauf, wie wichtig kritisches Denken ist, um zwischen berechtigtem Vertrauen und blinder Akzeptanz zu unterscheiden.
Die Reflexion regt an, die eigenen Überzeugungen zu hinterfragen: Wie oft glauben wir etwas, weil es bequem oder gesellschaftlich akzeptiert ist? Bierces Worte erinnern uns daran, den Wert von Skepsis zu erkennen, ohne dabei die Bedeutung von Vertrauen und Hoffnung zu negieren.
Zitat Kontext
Ambrose Gwinnett Bierce, ein amerikanischer Schriftsteller und Journalist des 19. Jahrhunderts, war bekannt für seinen scharfen Witz und seine beißende Kritik an gesellschaftlichen und religiösen Normen. Dieses Zitat stammt aus seinem berühmten Werk *The Devil’s Dictionary*, in dem er Begriffe in zynischer und oft provokativer Weise neu definiert.
Bierce lebte in einer Zeit großer Umwälzungen, geprägt von wissenschaftlichem Fortschritt und wachsendem Zweifel an traditionellen religiösen Überzeugungen. Seine Werke spiegeln diesen intellektuellen Wandel wider, der von einer zunehmenden Betonung von Rationalität und Beweisen geprägt war. Mit seiner Definition von Glauben nimmt Bierce die blinde Akzeptanz von Dogmen und Autoritäten ins Visier und fordert stattdessen kritisches Denken ein.
Das Zitat bleibt auch in der heutigen Zeit relevant. In einer Welt, die von Informationsflut und Fehlinformationen geprägt ist, betont Bierces Aussage die Bedeutung von Beweisen und rationalem Denken. Gleichzeitig fordert sie dazu auf, die Grenze zwischen berechtigtem Vertrauen und unkritischer Akzeptanz zu ziehen.
Bierces Werk und seine scharfsinnige Kritik an etablierten Vorstellungen erinnern uns daran, den Wert von Skepsis und intellektueller Unabhängigkeit zu schätzen. Seine Worte sind eine Mahnung, stets wachsam zu bleiben und die Grundlagen unseres Glaubens und unserer Überzeugungen zu hinterfragen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Ambrose Gwinnett Bierce
- Tätigkeit:
- US Schriftsteller, Journalist und Satiriker
- Epoche:
- Realismus
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- Emotion:
- Keine Emotion