Ein Wunder ist es, daß ein solcher Gedanke – der Gedanke der Notwendigkeit eines Gottes – einem so wilden und bösen Tier wie der Mensch in den Kopf kommen konnte: So heilig, so rührend, so weise und so ehrenvoll für den Menschen ist dieser Gedanke.
- Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Klugwort Reflexion zum Zitat
Dostojewski reflektiert in diesem Zitat über die paradoxe Natur des Menschen: ein Wesen, das sowohl von Wildheit und Bosheit geprägt ist als auch fähig zu tiefen, heiligen Gedanken wie der Idee eines Gottes.
Der Gedanke an die Notwendigkeit eines Gottes wird als etwas Außergewöhnliches und Erhabenes dargestellt, das über die gewöhnlichen, oft destruktiven Neigungen des Menschen hinausgeht. Diese Vorstellung verleiht der Menschheit Würde und Bedeutung.
Das Zitat hebt hervor, dass der Glaube an Gott nicht nur eine intellektuelle Idee ist, sondern auch eine emotionale und spirituelle Dimension hat, die den Menschen erhebt. Es zeigt, dass trotz aller Schwächen und Abgründe der menschlichen Natur die Fähigkeit zur Suche nach etwas Höherem besteht.
Für den Leser ist dies eine Einladung, über die Dualität der menschlichen Natur nachzudenken und die Bedeutung von Glauben, Ethik und Spiritualität im eigenen Leben zu hinterfragen. Es regt dazu an, die Idee eines höheren Ziels oder einer höheren Ordnung als etwas zu betrachten, das den Menschen inspiriert und transformiert.
Das Zitat erinnert daran, dass selbst in den dunkelsten Momenten der menschlichen Existenz der Gedanke an etwas Heiliges und Gutes eine Quelle der Hoffnung und des Sinns sein kann.
Zitat Kontext
Fjodor Michailowitsch Dostojewski, ein bedeutender russischer Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, setzte sich intensiv mit Fragen der menschlichen Natur, des Glaubens und der Moral auseinander.
Dieses Zitat stammt aus einer Zeit, in der die Idee von Gott und Religion in Europa zunehmend hinterfragt wurde, während Dostojewski selbst an der tiefen spirituellen und moralischen Bedeutung des Glaubens festhielt.
Philosophisch lässt sich das Zitat in die existenzialistische Tradition einordnen, die die Suche nach Sinn und Glauben im Angesicht von Chaos und Leid betont. Es ist auch ein Kommentar zur Ambivalenz des Menschen, der sowohl zu Großem als auch zu Zerstörerischem fähig ist.
Auch heute bleibt diese Botschaft relevant, da sie die universelle Frage nach dem Verhältnis von Mensch und Transzendenz aufwirft. Es fordert den Leser auf, die Bedeutung von Glauben und Moral in einer zunehmend säkularisierten Welt neu zu bewerten.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Fjodor Michailowitsch Dostojewski
- Tätigkeit:
- russischer Schriftsteller
- Epoche:
- Realismus
- Mehr?
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- Emotion:
- Keine Emotion