Die rechte Grenze und das Maß überschreitet ohne Zweifel, wer seine Triebe ausschweifen und ungebunden austoben läßt, ohne daß ihnen im Begehren und Verwerfen von der Vernunft ein Zweifel angelegt würde. Dann ist's mit dem Gehorsam vorbei, sie gehorchen der Vernunft nicht mehr, der sie doch nach dem Naturgesetz unterworfen sind, und nicht bloß der Geist, sondern auch der Körper wird von ihnen verzerrt.
- Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat
Ciceros Zitat hebt die Bedeutung von Selbstdisziplin und die zentrale Rolle der Vernunft bei der Steuerung menschlicher Triebe hervor. Er warnt davor, die Grenzen des Maßhaltens zu überschreiten, da dies nicht nur die geistige, sondern auch die körperliche Harmonie zerstören kann. Wenn die Vernunft ihre leitende Rolle verliert, führt dies zu einem Zustand, in dem die Triebe unkontrolliert agieren und die innere Ordnung zerbricht.
Das Zitat regt dazu an, über die Balance zwischen Triebhaftigkeit und Vernunft nachzudenken. Es zeigt, dass es nicht um die Unterdrückung natürlicher Bedürfnisse geht, sondern darum, sie im Einklang mit der Vernunft zu steuern. Dieser Ansatz betont die Bedeutung von Reflexion und Bewusstheit im Umgang mit den eigenen Impulsen und Bedürfnissen.
Ciceros Worte sind ein Aufruf zur Achtsamkeit gegenüber den eigenen Grenzen und zur Pflege einer inneren Ordnung, die auf Maß und Vernunft basiert. Sie erinnern uns daran, dass wahre Freiheit nicht im ungebremsten Ausleben von Trieben liegt, sondern in der bewussten und vernünftigen Gestaltung des eigenen Lebens.
Zitat Kontext
Marcus Tullius Cicero, einer der größten Redner und Philosophen des antiken Roms, war ein starker Verfechter der stoischen Philosophie, die die Kontrolle der Vernunft über die Emotionen und Triebe als Grundlage für ein tugendhaftes Leben ansah. Dieses Zitat spiegelt Ciceros Überzeugung wider, dass ein Leben ohne Maß und Vernunft zu Chaos und Unordnung führt, sowohl auf individueller als auch auf gesellschaftlicher Ebene.
In der römischen Kultur wurde Selbstdisziplin als eine der höchsten Tugenden angesehen, insbesondere bei Führungspersönlichkeiten, deren persönliche Integrität entscheidend für das Wohlergehen des Staates war. Cicero argumentierte, dass die Vernunft gemäß dem Naturgesetz die Triebe kontrollieren und leiten sollte, um ein harmonisches und erfülltes Leben zu ermöglichen.
Auch heute ist diese Botschaft relevant. In einer Welt, die oft von Überkonsum, Impulsivität und Schnelllebigkeit geprägt ist, erinnert Cicero daran, wie wichtig es ist, Maß zu halten und die Vernunft als Kompass des Handelns zu nutzen. Seine Worte laden dazu ein, das eigene Leben reflektiert und bewusst zu gestalten, um geistige und körperliche Harmonie zu bewahren.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Cicero
- Tätigkeit:
- römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
- Epoche:
- Klassische Antike
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- Emotion:
- Keine Emotion