Der Mensch ist ein intellektuelles Tier und deshalb ein ständiger Widerspruch zu sich selbst. Seine Sinne zentrieren sich in ihm selbst, seine Ideen reichen bis an die Enden des Universums, so dass er zwischen beiden hin- und hergerissen ist, ohne dass es jemals anders sein könnte.

- William Hazlitt

William Hazlitt

Klugwort Reflexion zum Zitat

William Hazlitt beschreibt in diesem Zitat die tiefgehende Dualität der menschlichen Natur. Einerseits sind wir als körperliche Wesen durch unsere Sinne und unmittelbaren Erfahrungen an uns selbst gebunden, andererseits streben wir mit unserem Verstand und unseren Ideen nach dem Unendlichen, dem Universellen. Diese Spannung zwischen Körperlichkeit und geistigem Streben ist ein zentrales Merkmal menschlicher Existenz.

Das Zitat lädt uns ein, darüber nachzudenken, wie diese Gegensätze unser Leben prägen. Viele unserer Konflikte – sowohl im Inneren als auch mit der Außenwelt – könnten aus dieser Unvereinbarkeit resultieren. Wir streben nach einem höheren Zweck oder Sinn, während wir gleichzeitig durch unsere körperlichen Bedürfnisse und Begrenzungen zurückgehalten werden. Es ist eine Erinnerung daran, dass dieses Spannungsverhältnis ein Teil dessen ist, was uns als Menschen ausmacht.

Hazlitts Beobachtung kann auch als Aufruf zur Akzeptanz verstanden werden: Die Tatsache, dass wir hin- und hergerissen sind, ist keine Schwäche, sondern eine Grundlage für Wachstum, Kreativität und Reflexion. Es liegt an uns, dieses Spannungsfeld nicht als Hindernis, sondern als Chance zu betrachten, unsere duale Natur zu verstehen und auszubalancieren.

Zitat Kontext

William Hazlitt war ein englischer Essayist, Literaturkritiker und Philosoph des 19. Jahrhunderts, der bekannt für seine scharfsinnigen Beobachtungen über die menschliche Natur war. Dieses Zitat spiegelt seine tiefgehenden Überlegungen über die Widersprüchlichkeit des menschlichen Seins wider. Es verknüpft philosophische Reflexionen über den Geist und den Körper mit einer zeitlosen Analyse der menschlichen Natur.

In Hazlitts Zeit war das Verständnis des Menschen von sich selbst stark von der Aufklärung geprägt, die Vernunft und wissenschaftliches Denken betonte. Gleichzeitig begann die Romantik, die emotionale und spirituelle Dimension des Menschen hervorzuheben. Hazlitt balancierte diese Strömungen aus und betrachtete den Menschen als ein Wesen, das sowohl intellektuell als auch sinnlich geprägt ist.

Seine Aussage ist heute genauso relevant wie damals, insbesondere in einer Zeit, in der wir zunehmend durch Technologie und Wissenschaft nach universellem Wissen streben, dabei aber oft die Verbindung zu unseren sinnlichen, physischen Wurzeln verlieren. Das Zitat erinnert daran, dass diese Dualität des Menschen ein wesentliches Element seines Wesens ist und dass es keine einfache Lösung für diesen Widerspruch gibt – er ist vielmehr ein Teil dessen, was uns ausmacht und antreibt.

Daten zum Zitat

Autor:
William Hazlitt
Tätigkeit:
englischer Essayist, Literaturkritiker und Schriftsteller
Epoche:
Romantik
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Emotion:
Keine Emotion