Beim Eidschwur muß man nicht darauf schauen, welche Furcht er verursacht, sondern welche Bedeutung er hat. Es ist ja der Eid eine mit Hinblick der Gottheit gegebene Versicherung, und was man unter Beteuerung der Wahrheit vor dem Antlitz Gottes versprochen hat, muß man halten. Demnach bezieht sich der Eid auf Gerechtigkeit und Treue.

- Cicero

Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat

Cicero hebt in diesem Zitat die moralische und spirituelle Bedeutung des Eides hervor. Für ihn ist der Eid nicht einfach ein Akt, der durch Furcht vor Strafe bindend wird, sondern ein feierliches Versprechen, das auf Gerechtigkeit und Treue basiert. Er unterstreicht, dass ein Eid im Angesicht der Gottheit eine besondere Verantwortung mit sich bringt und derjenige, der ihn ablegt, an die Wahrhaftigkeit seiner Worte gebunden ist.

Diese Reflexion fordert uns dazu auf, den Eid als mehr als eine formelle Handlung zu betrachten. Er ist ein Ausdruck von Ehrlichkeit und Integrität, der Vertrauen schafft und ethisches Handeln garantiert. Cicero erinnert uns daran, dass die Einhaltung eines Eides nicht nur eine rechtliche Verpflichtung, sondern auch eine moralische Verantwortung ist. Seine Worte laden dazu ein, Versprechen ernst zu nehmen und sie mit Respekt und Treue zu erfüllen.

In einer Zeit, in der Verpflichtungen oft oberflächlich oder strategisch eingegangen werden, bleibt Ciceros Gedanke relevant. Er ruft dazu auf, das Gewicht von Versprechen und ihre Rolle in einer gerechten Gesellschaft anzuerkennen. Ciceros Lehre inspiriert dazu, die Werte von Gerechtigkeit und Treue in allen Aspekten des Lebens zu bewahren und das Vertrauen, das uns entgegengebracht wird, niemals leichtfertig zu verletzen.

Zitat Kontext

Cicero, ein römischer Philosoph und Staatsmann, schrieb dieses Zitat in einer Zeit, in der der Eid eine wichtige Rolle in juristischen und politischen Angelegenheiten spielte. In der römischen Gesellschaft war der Eid nicht nur ein rechtliches Instrument, sondern auch ein moralischer Akt, der durch die Verbindung mit der Gottheit eine tiefere Bedeutung erhielt.

Im historischen Kontext betonte Cicero immer wieder die Bedeutung von Gerechtigkeit und ethischem Handeln als Grundlage für eine stabile und gerechte Gesellschaft. Seine Überlegungen zum Eid spiegeln seine Überzeugung wider, dass wahre Integrität und Treue grundlegende Prinzipien sind, die das soziale Gefüge zusammenhalten.

Heute bleibt dieses Zitat eine zeitlose Mahnung an die Bedeutung von Ehrlichkeit und Verlässlichkeit. Es fordert dazu auf, den Wert von Versprechen zu erkennen und ihre Einhaltung als einen Ausdruck von Respekt und Verantwortung zu betrachten. Ciceros Worte erinnern uns daran, dass die wahren Grundlagen von Gerechtigkeit und Treue nicht durch Furcht, sondern durch moralische Überzeugung gestützt werden.

Daten zum Zitat

Autor:
Cicero
Tätigkeit:
römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
Epoche:
Klassische Antike
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Emotion:
Keine Emotion