Es ist nicht der Zweck des Amtes eines Schöffen, demjenigen Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, der ihm gut erscheint, sondern nach dem Gesetz zu urteilen, und darauf hat er einen Eid geleistet.

- Sokrates

Sokrates

Klugwort Reflexion zum Zitat

Sokrates betont hier ein fundamentales Prinzip der Rechtsstaatlichkeit: Richter und Schöffen dürfen nicht nach persönlicher Sympathie urteilen, sondern müssen sich strikt an die Gesetze halten.

Er warnt davor, Gerechtigkeit mit persönlichem Empfinden zu verwechseln. Während der Wunsch nach moralisch richtigen Entscheidungen verständlich ist, liegt die Aufgabe eines Richters nicht darin, subjektive Gerechtigkeit walten zu lassen, sondern bestehende Gesetze zu wahren und unabhängig anzuwenden. Dies sichert eine faire und konsistente Rechtsprechung für alle.

Dieses Zitat fordert uns auf, über den Unterschied zwischen persönlicher Moral und gesetzlicher Gerechtigkeit nachzudenken. Ist ein Urteil gerechter, wenn es nach eigenem Empfinden gefällt wird, oder wenn es sich streng an die Gesetze hält? Kann ein Richter überhaupt objektiv sein, oder schwingen persönliche Werte immer mit?

Besonders heute, in einer Zeit, in der richterliche Entscheidungen oft gesellschaftlich diskutiert werden, bleibt Sokrates’ Einsicht relevant. Er erinnert uns daran, dass Gesetze ein stabiles Fundament für eine funktionierende Gesellschaft bilden – und dass persönliche Meinungen keinen Platz im Gerichtssaal haben sollten.

Zitat Kontext

Sokrates (469–399 v. Chr.) war ein griechischer Philosoph, der für seine kritischen Fragen zu Ethik, Gerechtigkeit und Wissen bekannt war.

Dieses Zitat steht im Kontext seiner Überzeugung, dass wahre Gerechtigkeit nicht auf persönlichem Empfinden, sondern auf rationalen, objektiven Prinzipien beruhen sollte. In seiner Zeit war die Rechtsprechung oft von subjektiven Faktoren beeinflusst, weshalb er sich für eine strengere Orientierung an festen Regeln aussprach.

Der historische Kontext zeigt, dass Athen in dieser Zeit ein demokratisches Justizsystem hatte, das jedoch anfällig für politische und persönliche Einflüsse war. Sokrates’ Plädoyer für eine objektive Rechtsprechung war ein Versuch, Willkür in der Justiz zu verhindern.

Auch heute bleibt seine Botschaft bedeutend. In einer Welt, in der Recht oft mit Moral verwechselt wird, erinnert uns sein Zitat daran, dass Gesetze nicht nach persönlicher Sympathie angewendet werden dürfen – sondern nach klaren, festgelegten Regeln, die für alle gelten.

Daten zum Zitat

Autor:
Sokrates
Tätigkeit:
griech. Denker und Philosoph
Epoche:
Klassische Antike
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Emotion:
Keine Emotion