Wo jeder nur glaube, daß er werde Unrecht tun können, da tue er es auch. Denn jedermann glaubt, daß ihm für sich die Ungerechtigkeit weit mehr nützt als die Gerechtigkeit [...]. (Quelle:Politeia (Der Staat))
- Platon

Klugwort Reflexion zum Zitat
Platon bringt hier eine provokante Einsicht über das menschliche Verhalten zum Ausdruck: Wenn Menschen glauben, ungestraft Unrecht tun zu können, werden sie es auch tun – weil sie meinen, dass Ungerechtigkeit ihnen mehr Vorteile bringt als Gerechtigkeit.
Dieses Zitat wirft grundlegende Fragen über Ethik und Moral auf. Handeln Menschen wirklich aus innerer Überzeugung moralisch, oder nur, wenn sie fürchten, zur Rechenschaft gezogen zu werden? Platon deutet an, dass der Mensch von Natur aus eher seinen eigenen Vorteil sucht – und dass Gerechtigkeit oft nur durch gesellschaftliche Regeln und Kontrolle gewährleistet wird.
Diese Beobachtung bleibt hochaktuell. In Politik, Wirtschaft und sozialen Strukturen zeigt sich immer wieder, dass Machtmissbrauch dort vorkommt, wo es an Kontrolle fehlt. Die Frage ist: Ist der Mensch von Natur aus egoistisch und nur durch Gesetze zur Moral gezwungen? Oder gibt es eine tiefere, angeborene Neigung zur Gerechtigkeit?
Platon fordert uns auf, über das Wesen der Ethik nachzudenken. Brauchen wir starke Institutionen, um Gerechtigkeit zu sichern? Oder gibt es eine Möglichkeit, eine Gesellschaft zu formen, in der Menschen auch ohne äußeren Zwang moralisch handeln? Sein Zitat zeigt, dass diese Fragen zeitlos sind – und dass jede Gesellschaft sich mit der Herausforderung auseinandersetzen muss, wie Gerechtigkeit gewährleistet werden kann.
Zitat Kontext
Platon (427–347 v. Chr.) war einer der bedeutendsten Philosophen der Antike. In seinem Werk 'Politeia' (Der Staat) untersucht er die Natur der Gerechtigkeit und die Grundlagen einer idealen Gesellschaft.
Dieses Zitat reflektiert eine seiner zentralen Thesen: Ohne klare moralische Ordnung neigen Menschen dazu, ihren eigenen Vorteil über das Gemeinwohl zu stellen. Platon argumentierte, dass Gerechtigkeit nicht selbstverständlich ist, sondern durch Bildung, Gesetze und gesellschaftliche Normen gefördert werden muss.
Heute bleibt seine Analyse von großem Interesse, besonders in Debatten über Korruption, Recht und soziale Ordnung. Platons Warnung zeigt, dass Gerechtigkeit keine Selbstverständlichkeit ist – sie muss aktiv verteidigt und kultiviert werden. Sein Zitat erinnert uns daran, dass eine gerechte Gesellschaft nicht von allein entsteht, sondern bewusster Anstrengung bedarf.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Platon
- Tätigkeit:
- griechischer Philosoph
- Epoche:
- Klassische Antike
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- Emotion:
- Keine Emotion