Weiser werden heißt immer mehr und mehr die Fehler kennen lernen, denen dieses Instrument, womit wir empfinden und urteilen, unterworfen sein kann. Vorsichtigkeit im Urteilen ist was heutzutage allen und jeden zu empfehlen ist, gewönnen wir alle 10 Jahre nur eine unstreitige Wahrheit von jedem philosophischen Schriftsteller, so wäre unsere Ernte immer reich genug.
- Georg Christoph Lichtenberg

Klugwort Reflexion zum Zitat
Georg Christoph Lichtenberg lädt uns mit diesem Zitat dazu ein, unsere eigene Denkweise und Urteilsfähigkeit kritisch zu hinterfragen. Er hebt hervor, dass Weisheit nicht nur im Ansammeln von Wissen besteht, sondern vor allem darin, die eigenen Denkfehler und Schwächen zu erkennen. Diese Selbsterkenntnis erfordert Demut und die Bereitschaft, unsere Schlussfolgerungen immer wieder zu überprüfen.
Die Betonung der Vorsichtigkeit im Urteilen ist eine wertvolle Mahnung in einer Zeit, die oft von schnellen Urteilen und Meinungsbildung geprägt ist. Lichtenbergs Vergleich mit der Ernte verdeutlicht, dass nicht Quantität, sondern Qualität von Erkenntnissen entscheidend ist. Die Geduld, auch über Jahre hinweg nur eine gesicherte Wahrheit zu gewinnen, wird hier als lohnenswert dargestellt.
Für den Leser ist diese Reflexion ein Aufruf zur Selbstprüfung und zum bewussteren Umgang mit Informationen. Sie ermutigt, eigene Vorurteile zu hinterfragen und den Wert langsamer, fundierter Erkenntnisse zu schätzen. Sie erinnert uns daran, dass Weisheit nicht im schnellen Urteilen, sondern im tiefen Verstehen und im Umgang mit den eigenen Begrenzungen liegt.
Zitat Kontext
Georg Christoph Lichtenberg war ein deutscher Physiker, Mathematiker und Philosoph des 18. Jahrhunderts, dessen Aphorismen bis heute für ihre Scharfsinnigkeit geschätzt werden. Sein Zitat spiegelt den Geist der Aufklärung wider, einer Epoche, die sich der kritischen Prüfung von Wissen und der Suche nach Wahrheit verschrieben hatte. Gleichzeitig zeigt es seine Skepsis gegenüber der menschlichen Fähigkeit, die Realität objektiv zu erkennen.
Im Kontext seiner Zeit war die wissenschaftliche Methode dabei, sich zu etablieren, und Lichtenberg betonte die Bedeutung der Selbstreflexion und der Vorsicht bei der Interpretation von Beobachtungen. Sein Appell zur Geduld und Bescheidenheit steht in starkem Kontrast zur damaligen Begeisterung für Fortschritt und schnelle Erkenntnisse.
Heute hat das Zitat weiterhin Relevanz, insbesondere in einer Ära, die oft von Informationsflut und vorschnellen Urteilen geprägt ist. Es erinnert daran, dass echte Weisheit nicht durch die bloße Menge an Wissen entsteht, sondern durch die Fähigkeit, dieses Wissen kritisch zu hinterfragen und unsere Urteile sorgfältig zu fällen. Lichtenbergs Worte sind ein zeitloser Appell für geduldige und besonnene Erkenntnissuche.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Georg Christoph Lichtenberg
- Tätigkeit:
- deutscher Schriftsteller, Mathematiker, Physiker und Aphoristiker
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion