Was ist ein Mensch? Ein Bild der Schwäche, Beute des Augenblicks, ein Spielball des Schicksals, ein Bild der Unbeständigkeit, eine Verbindung von Leid und Mißgeschick und das Übrige: Schleim und Galle.

- Aristoteles

Aristoteles

Klugwort Reflexion zum Zitat

Aristoteles beschreibt den Menschen in seinem Zitat als fragiles, von äußeren Kräften bestimmtes Wesen. Er sieht den Menschen als instabil, verletzlich und vom Zufall des Lebens abhängig.

Diese düstere Sichtweise kann als kritische Reflexion über die menschliche Natur verstanden werden. Sind wir tatsächlich nur ein Produkt unserer Umstände, unserer biologischen Beschaffenheit und des unberechenbaren Schicksals? Oder gibt es etwas in uns, das uns über diese Beschreibung hinaushebt?

Das Zitat fordert uns auf, über unsere eigene Rolle in der Welt nachzudenken. Akzeptieren wir unsere Vergänglichkeit und Unbeständigkeit – oder versuchen wir, trotz aller Widrigkeiten Bedeutung und Beständigkeit in unser Leben zu bringen?

Letztendlich erinnert Aristoteles uns daran, dass der Mensch sowohl ein biologisches als auch ein geistiges Wesen ist. Auch wenn unser Körper vergänglich und das Schicksal oft unvorhersehbar ist, bleibt die Frage offen, was wir aus unserem begrenzten Dasein machen.

Zitat Kontext

Aristoteles (384–322 v. Chr.) war einer der bedeutendsten Philosophen der Antike. Seine Werke prägten das westliche Denken über Logik, Ethik, Politik und Metaphysik.

Das Zitat spiegelt eine eher pessimistische Sichtweise auf den Menschen wider. Aristoteles untersuchte das Wesen des Menschen in vielen seiner Werke und erkannte, dass Menschen sowohl geistige als auch physische Wesen sind – doch hier konzentriert er sich auf ihre Vergänglichkeit und Anfälligkeit.

Zur Zeit Aristoteles' war die griechische Philosophie stark von der Frage geprägt, was den Menschen von anderen Lebewesen unterscheidet. Während Platon eher die Seele in den Mittelpunkt stellte, war Aristoteles pragmatischer und betrachtete den Menschen in seiner ganzen, auch biologischen, Realität.

Auch heute bleibt sein Gedanke relevant. In einer Welt, die oft nach Perfektion strebt, erinnert Aristoteles uns daran, dass wir letztlich vergängliche Wesen sind. Doch genau diese Vergänglichkeit gibt unserem Leben Bedeutung – denn gerade weil es begrenzt ist, sollten wir es bewusst gestalten.

Daten zum Zitat

Autor:
Aristoteles
Tätigkeit:
Universalgelehrter, Philosoph, Naturforscher
Epoche:
Klassische Antike
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Emotion:
Keine Emotion