So wie über dem Künstler, über dem Dichter, über dem Helden u. s. w., so steht über der Mutter der Mensch, und so wie z. B. mit dem Kunstwerk der Künstler zugleich noch etwas Höheres bildet, den Schöpfer desselben, sich: so bildet die Mutter mit dem Kinde zugleich ihr heiligeres Ich.
- Jean Paul

Klugwort Reflexion zum Zitat
Jean Paul hebt in diesem Zitat die besondere Bedeutung der Mutterschaft hervor, indem er sie mit dem schöpferischen Akt eines Künstlers oder Dichters vergleicht. Er argumentiert, dass die Mutter durch die Beziehung zu ihrem Kind nicht nur ein neues Leben erschafft, sondern auch eine tiefere, heiligere Version ihrer selbst formt.
Diese Reflexion betont die transformative Kraft von Mutterschaft. Wie ein Künstler durch sein Werk seine eigene Identität erweitert, wächst eine Mutter durch die Verbindung zu ihrem Kind über sich hinaus. Das Zitat spricht die universelle Erfahrung an, dass das Geben von Leben und die Pflege von Beziehungen nicht nur den anderen, sondern auch einen selbst verändert. Es ist eine Erinnerung daran, dass menschliche Bindungen eine Quelle der Selbsterkenntnis und des Wachstums sind.
Die Metapher von Kunst und Mutterschaft zeigt, dass beide Akte nicht nur physische, sondern auch spirituelle Dimensionen haben. Es regt dazu an, über die tiefere Bedeutung von Beziehungen und den Einfluss nachzudenken, den sie auf unsere Identität und unsere Werte haben. Jean Pauls Worte laden dazu ein, Mutterschaft und Schöpfung als Ausdruck eines größeren menschlichen Potenzials zu würdigen.
Das Zitat inspiriert dazu, die Rolle der Mutter nicht nur als biologische oder gesellschaftliche Funktion zu sehen, sondern als eine zentrale Erfahrung, die das Menschsein bereichert. Es erinnert daran, dass in der Hingabe an andere oft die größte Selbstverwirklichung liegt.
Zitat Kontext
Jean Paul, ein deutscher Schriftsteller der Romantik, war bekannt für seine einfühlsamen und poetischen Reflexionen über das Leben und die menschliche Natur. Dieses Zitat spiegelt die romantische Auffassung wider, dass Schöpfung – sei es durch Kunst, Heldentum oder Mutterschaft – immer auch eine spirituelle Dimension hat.
Historisch gesehen wurde Mutterschaft in der Romantik oft idealisiert und mit einer heiligen Bedeutung versehen. Jean Paul erweitert diesen Gedanken, indem er Mutterschaft nicht nur als Dienst an einem anderen Leben, sondern als eine Form von Selbstschöpfung betrachtet. Seine Worte greifen den romantischen Glauben auf, dass Beziehungen, insbesondere die zwischen Mutter und Kind, das Individuum zu etwas Höherem transformieren können.
Auch heute bleibt das Zitat relevant, da es die Bedeutung von Fürsorge, Bindung und Selbstverwirklichung in Beziehungen betont. Es lädt dazu ein, die tiefere Verbindung zwischen der Schöpfung von Leben und der Entwicklung der eigenen Identität zu erkennen. Jean Pauls Worte sind eine poetische Hommage an die transformative Kraft der Mutterschaft und an die schöpferische Kraft, die in jedem menschlichen Handeln liegt.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Jean Paul
- Tätigkeit:
- deutscher Schriftsteller
- Epoche:
- Romantik
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- Emotion:
- Keine Emotion