Seitdem alle Empfindungen der Natur durch die äußerste Ungleichheit erstickt sind, kommen von der höchst unbilligen despotischen Herrschaft der Väter die Laster und das Unglück der Kinder.
- Jean-Jacques Rousseau

Klugwort Reflexion zum Zitat
Rousseau kritisiert hier die sozialen Strukturen, die natürliche menschliche Empfindungen unterdrücken.
Er argumentiert, dass extreme soziale Ungleichheit die natürliche Ordnung des menschlichen Zusammenlebens zerstört hat – und dass diese Verzerrung von Generation zu Generation weitergegeben wird. Die autoritäre Herrschaft der Väter steht hier symbolisch für ein gesellschaftliches System, das Ungerechtigkeit und moralische Defizite weitervererbt.
Das Zitat fordert uns auf, über die Weitergabe von sozialen und moralischen Werten nachzudenken. Werden ungerechte Strukturen einfach übernommen, oder sind wir in der Lage, sie zu durchbrechen? Und wie beeinflusst gesellschaftliche Ungleichheit unser individuelles Denken und Handeln?
Rousseau erinnert uns daran, dass gesellschaftliche Probleme nicht isoliert existieren – sie werden von Generation zu Generation weitergegeben, solange keine bewusste Veränderung stattfindet.
Zitat Kontext
Jean-Jacques Rousseau war einer der einflussreichsten Denker der Aufklärung, der sich intensiv mit sozialen Ungleichheiten und Erziehungsfragen auseinandersetzte.
Sein Zitat steht im Kontext seiner Kritik an der künstlichen Hierarchie der Gesellschaft. Er argumentierte, dass der Mensch ursprünglich gleich und frei war, aber durch soziale Strukturen in Abhängigkeit und Ungerechtigkeit gezwungen wurde. Diese Ideen flossen auch in seine Erziehungstheorien ein, in denen er forderte, Kinder frei von gesellschaftlichen Zwängen aufwachsen zu lassen.
Auch heute bleibt seine Kritik relevant. In einer Welt, in der soziale Herkunft oft über Chancen und Lebenswege entscheidet, erinnert uns Rousseau daran, dass Ungleichheit nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein moralisches Problem ist – und dass wahre gesellschaftliche Veränderung nur dann geschieht, wenn wir erkennen, wie tief verwurzelt diese Muster sind.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Jean-Jacques Rousseau
- Tätigkeit:
- französischsprachiger Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion