In großen Auseinandersetzungen behauptet jede Partei, in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes zu handeln. Beide können sich irren, und eine muss sich irren.
- Abraham Lincoln

Klugwort Reflexion zum Zitat
Abraham Lincoln mahnt in diesem Zitat zur Vorsicht gegenüber der Instrumentalisierung göttlicher Legitimation in Konflikten. Oft berufen sich Parteien in Auseinandersetzungen auf den Willen Gottes, um ihre Position moralisch zu rechtfertigen. Lincoln weist jedoch darauf hin, dass beide Seiten nicht gleichzeitig Recht haben können – mindestens eine Partei muss im Unrecht sein, vielleicht sogar beide.
Diese Reflexion fordert dazu auf, religiöse Überzeugungen nicht als unanfechtbare Legitimation für eigenes Handeln zu verwenden. Stattdessen sollte kritisch hinterfragt werden, ob der eigene Standpunkt wirklich auf moralischen Grundsätzen beruht oder ob er aus Eigennutz vertreten wird.
In politischen und gesellschaftlichen Debatten bleibt diese Botschaft aktuell. Sie warnt vor der Gefahr, Religion als Rechtfertigung für Machtansprüche oder Gewalt zu missbrauchen. Das Zitat regt dazu an, Demut zu bewahren und unterschiedliche Perspektiven kritisch zu prüfen.
Es lädt ein, ethische Prinzipien als Maßstab für Entscheidungen zu verwenden, statt absolute Wahrheiten für sich zu beanspruchen.
Zitat Kontext
Abraham Lincoln (1809–1865) war der 16. Präsident der Vereinigten Staaten. Während des Amerikanischen Bürgerkriegs setzte er sich intensiv mit moralischen und religiösen Fragen auseinander.
Das Zitat spiegelt Lincolns tiefe Reflexion über den Umgang mit Religion in politischen Konflikten wider. Er erkannte, dass sich gegnerische Seiten gleichermaßen auf göttliche Unterstützung berufen können, was zu verhärteten Fronten führt.
Lincolns Worte bleiben relevant, da sie zur kritischen Reflexion über die moralische Begründung von Handlungen in Konflikten anregen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Abraham Lincoln
- Tätigkeit:
- Politiker, Anwalt, 16. Präsident der Vereinigten Staaten
- Epoche:
- Realismus
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- Emotion:
- Keine Emotion