Ich sah einmal ein Kind die Hand ausstrecken, um das Mondlicht zu haschen; aber das Licht ging ruhig weiter seine Bahn. So stehn wir da, und ringen, das wandelnde Schicksal anzuhalten.

- Friedrich Hölderlin

Friedrich Hölderlin

Klugwort Reflexion zum Zitat

Hölderlins Zitat beschreibt die menschliche Sehnsucht, das Unvermeidliche aufzuhalten – sei es die Zeit, das Schicksal oder vergängliche Momente.

Das Bild des Kindes, das nach dem Mondlicht greift, symbolisiert den kindlichen Glauben, das Unfassbare greifbar machen zu können. Doch der Mond folgt seiner Bahn unbeirrt weiter, so wie das Leben unaufhaltsam voranschreitet.

Dies ist eine universelle Erfahrung: Menschen versuchen oft, Momente festzuhalten, sei es in Beziehungen, Erinnerungen oder durch materielle Sicherheiten. Doch das Schicksal lässt sich nicht aufhalten.

Das Zitat lädt uns ein, über unsere eigene Beziehung zur Vergänglichkeit nachzudenken. Ist unser Wunsch, das Leben zu kontrollieren, nicht ebenso vergeblich wie der Versuch, das Mondlicht zu fassen? Vielleicht liegt wahre Weisheit nicht im Widerstand gegen die Zeit, sondern in der Akzeptanz ihrer Unaufhaltsamkeit.

Zitat Kontext

Friedrich Hölderlin war ein Dichter, der sich intensiv mit Themen wie Schicksal, Natur und der Unmöglichkeit menschlicher Vollkommenheit auseinandersetzte.

Dieses Zitat zeigt seine tiefe philosophische Naturbetrachtung: Der Mensch strebt nach Kontrolle über sein Leben, doch letztlich ist er den kosmischen Gesetzen unterworfen.

Das Bild des unerreichbaren Mondlichts spiegelt sich in vielen seiner Gedichte wider. Es steht für die menschliche Sehnsucht nach etwas Höherem, das jedoch immer außer Reichweite bleibt.

Auch heute bleibt seine Botschaft bedeutsam. In einer Welt, in der Menschen versuchen, alles zu kontrollieren – ihre Zeit, ihre Zukunft, ihr Schicksal – erinnert Hölderlin daran, dass manches einfach weiterzieht, egal, wie sehr wir danach greifen.

Daten zum Zitat

Autor:
Friedrich Hölderlin
Tätigkeit:
deutscher Dichter
Epoche:
Romantik
Mehr?
Alle Friedrich Hölderlin Zitate
Emotion:
Keine Emotion