Es gibt so viele Ausrottungs- und Vertilgungsmittel, und doch ist noch so wenig Übles ausgerottet, so wenig Böses vertilgt auf dieser Welt, daß man deutlich sieht, sie erfinden eine Menge, aber doch's Rechte nicht.

- Johann Nepomuk Nestroy

Johann Nepomuk Nestroy

Klugwort Reflexion zum Zitat

Johann Nepomuk Nestroy bringt in diesem Zitat mit bitterem Humor die Ineffizienz menschlicher Bemühungen zur Bekämpfung des Übels in der Welt zum Ausdruck.

Seine Worte verdeutlichen eine paradoxe Realität: Trotz zahlreicher Mittel und Anstrengungen bleibt das Böse in der Welt bestehen. Nestroy fordert uns auf, darüber nachzudenken, warum so viele vermeintliche Lösungen scheitern. Möglicherweise liegt die Ursache darin, dass die zugrunde liegenden Probleme nicht richtig erkannt oder die gewählten Ansätze oberflächlich und unzureichend sind. Seine Aussage regt dazu an, die Qualität und Zielrichtung unserer Bemühungen zu hinterfragen.

Die Reflexion über dieses Zitat zeigt, dass die bloße Anzahl von Mitteln oder Maßnahmen nicht entscheidend ist. Vielmehr braucht es ein tiefes Verständnis der Ursachen von Übel und Unrecht, um wirksame Lösungen zu finden. Nestroy fordert uns auf, nicht nur Symptome zu bekämpfen, sondern die Wurzeln des Bösen anzugehen. Gleichzeitig erinnert er uns daran, dass wahre Veränderung oft mehr Mut, Weisheit und Geduld erfordert, als oberflächliche oder impulsive Maßnahmen bieten können.

Das Zitat ist eine Mahnung, die Welt nicht mit blinder Aktionismus zu verändern, sondern mit sorgfältigem Nachdenken und einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den Ursachen von Leid und Unrecht. Es inspiriert dazu, unsere Strategien kritisch zu prüfen und das 'Rechte' zu suchen, anstatt uns in der Menge ineffektiver Mittel zu verlieren.

Zitat Kontext

Johann Nepomuk Nestroy, ein österreichischer Dramatiker und Satiriker des 19. Jahrhunderts, war bekannt für seine scharfen und ironischen Kommentare zur Gesellschaft und zum menschlichen Verhalten.

Dieses Zitat entstammt einer Zeit, in der die industrielle Revolution und der wissenschaftliche Fortschritt zahlreiche neue Techniken und Mittel hervorgebracht hatten, um Probleme zu lösen. Doch Nestroy kritisiert, dass diese Entwicklungen oft wenig dazu beitrugen, grundlegende gesellschaftliche Übel wie Ungerechtigkeit, Gier oder Gewalt zu beseitigen. Seine Worte spiegeln die Enttäuschung über die Diskrepanz zwischen technischem Fortschritt und moralischer Entwicklung wider.

Historisch gesehen bietet dieses Zitat eine zeitlose Kritik an der menschlichen Neigung, schnelle Lösungen für komplexe Probleme zu suchen, ohne sich ausreichend mit deren Ursachen auseinanderzusetzen. Es weist auf die Notwendigkeit hin, Weisheit und Ethik mit Innovation und Aktion zu verbinden.

Auch heute bleibt das Zitat relevant, da es uns daran erinnert, dass wahre Fortschritte nicht allein durch die Vielzahl der Mittel, sondern durch ihre Weisheit und Wirksamkeit erzielt werden. Nestroys Worte sind ein Aufruf zur Selbstreflexion und zur Suche nach nachhaltigen und durchdachten Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit.

Daten zum Zitat

Autor:
Johann Nepomuk Nestroy
Tätigkeit:
österr. Schauspieler, Dramatiker, Satiriker
Epoche:
Biedermeier
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Emotion:
Keine Emotion