Ein großer Fehler bei meinem Studieren in der Jugend war, daß ich den Plan zum Gebäude zu groß anlegte. Die Folge war, daß ich die obere Etage nicht ausbauen konnte, ja ich konnte nicht einmal das Dach zubringen. Am Ende sah ich mich genötigt, mich mit ein paar Dachstübchen zu begnügen, die ich so ziemlich ausbaute, aber verhindern konnte ich doch nicht, daß es mir bei schlimmem Wetter nicht hinein regnete. So geht es gar manchen!

- Georg Christoph Lichtenberg

Georg Christoph Lichtenberg

Klugwort Reflexion zum Zitat

Georg Christoph Lichtenberg nutzt in diesem Zitat die Metapher eines Gebäudes, um seinen jugendlichen Fehler zu illustrieren: das Streben nach einem zu großen, ambitionierten Ziel, ohne die Grundlagen ausreichend zu sichern. Er beschreibt, wie er sich letztlich mit einem unvollständigen Ergebnis zufrieden geben musste, das bei schwierigen Umständen anfällig blieb. Seine Reflexion zeigt die Gefahr von Überambition und mangelnder Realismus bei der Lebens- und Bildungsplanung.

Das Zitat regt dazu an, über die Bedeutung realistischer und gut durchdachter Ziele nachzudenken. Lichtenberg mahnt, dass übertriebene Ambitionen oft zu Enttäuschungen führen, wenn die Ressourcen oder die Zeit nicht ausreichen, um sie zu verwirklichen. Gleichzeitig erinnert er daran, dass ein gut gefestigtes Fundament unabdingbar ist, um langfristigen Erfolg zu sichern.

Die Reflexion über dieses Zitat zeigt, dass Selbstüberschätzung und unzureichende Planung häufig zu vermeidbaren Schwierigkeiten führen. Lichtenbergs Worte inspirieren dazu, Ziele mit Bedacht und einem klaren Fokus auf Machbarkeit zu setzen. Es ist eine Einladung, nicht nur groß zu denken, sondern auch pragmatisch und schrittweise vorzugehen, um Stabilität und Erfolg zu gewährleisten.

Seine Metapher erinnert uns daran, dass der Weg zum Ziel ebenso wichtig ist wie das Ziel selbst. Es fordert uns auf, mit Geduld und Weitsicht zu planen, um langfristig ein solides 'Gebäude' für unser Leben zu schaffen, das auch bei widrigen Umständen Bestand hat.

Zitat Kontext

Georg Christoph Lichtenberg, ein deutscher Aufklärer und Satiriker, war bekannt für seine reflektierten und oft selbstkritischen Betrachtungen über das Leben und Lernen. Dieses Zitat entstammt seinen 'Sudelbüchern' und spiegelt seine persönliche Auseinandersetzung mit Fehlern und Lektionen aus seiner Jugend wider.

Historisch betrachtet entstand das Zitat in einer Zeit, in der Bildung und persönliche Entwicklung als zentrale Werte der Aufklärung galten. Lichtenberg zeigt, dass selbst in einer Epoche, die das Streben nach Wissen idealisierte, Überambition und mangelnde Realitätsnähe hinderlich sein können. Seine Worte sind ein Beispiel für die Aufklärung als selbstkritische Bewegung, die die Balance zwischen Idealismus und Pragmatismus suchte.

Auch heute bleibt das Zitat relevant, da es universelle Themen wie Zielsetzung, Planung und die Gefahren von Überforderung anspricht. In einer Welt, die oft hohe Erwartungen an Einzelne stellt, erinnert Lichtenbergs Einsicht daran, dass nachhaltiger Erfolg auf realistischen und gut geplanten Grundlagen beruht. Seine Worte laden dazu ein, die eigenen Ziele mit Bedacht und einem klaren Verständnis für die eigenen Möglichkeiten zu setzen.

Daten zum Zitat

Autor:
Georg Christoph Lichtenberg
Tätigkeit:
deutscher Schriftsteller, Mathematiker, Physiker und Aphoristiker
Epoche:
Aufklärung
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Emotion:
Keine Emotion