Durch die perverse Verderbtheit ihrer Natur schätzen die Menschen das, was sie am meisten begehren, als wertlos ein, sobald sie es besitzen, und quälen sich mit fruchtlosen Wünschen für das, was unerreichbar ist.
- François Fénelon

Klugwort Reflexion zum Zitat
François Fénelon beschreibt hier ein zutiefst menschliches Paradoxon: Sobald wir das erreicht haben, wonach wir uns sehnen, verliert es seinen Reiz, während das Unerreichbare weiterhin unser Verlangen anstachelt.
Diese Einsicht fordert uns auf, über unsere eigene Zufriedenheit nachzudenken. Warum scheint das, was wir besitzen, oft an Wert zu verlieren, während das, was wir nicht haben, als unerlässlich erscheint? Fénelon zeigt, dass menschliche Wünsche selten dauerhaft gestillt werden – sie verschieben sich ständig auf neue Ziele.
Sein Zitat erinnert uns daran, dass das Streben nach etwas nicht zwangsläufig mit Glück endet. Wer glaubt, dass Erfüllung nur durch das Erreichen bestimmter Ziele kommt, wird sich immer in einem Kreislauf unerfüllter Wünsche befinden. Wahres Glück erfordert nicht nur das Erreichen von Zielen, sondern auch die Fähigkeit, das Erreichte zu schätzen.
In der heutigen Konsumgesellschaft, in der Menschen oft nach immer neuen Dingen streben, bleibt Fénelons Einsicht hochaktuell. Sein Zitat fordert uns auf, Zufriedenheit nicht an äußeren Errungenschaften zu messen, sondern an unserer Fähigkeit, das, was wir haben, bewusst wertzuschätzen.
Zitat Kontext
François Fénelon (1651–1715) war ein französischer Theologe und Schriftsteller, bekannt für seine spirituellen und philosophischen Betrachtungen. Er kritisierte die Oberflächlichkeit menschlicher Sehnsüchte und plädierte für eine tiefere innere Zufriedenheit.
Dieses Zitat steht im Kontext seiner Überlegungen zur Natur menschlicher Begierden. Fénelon erkannte, dass Menschen oft mehr von dem träumen, was sie nicht haben, anstatt das zu schätzen, was ihnen bereits gehört.
Heute bleibt seine Botschaft von großer Bedeutung. In einer Welt, in der materielle und soziale Erfolge oft mit Glück gleichgesetzt werden, erinnert uns sein Zitat daran, dass wahre Zufriedenheit nicht darin liegt, ständig neue Wünsche zu verfolgen, sondern darin, das Vorhandene bewusst anzunehmen und zu genießen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- François Fénelon
- Tätigkeit:
- französischer Geistlicher, Schriftsteller und Pädagoge
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion