Der edle Mensch handelt nicht einmal für die Dauer einer einzigen Mahlzeit gegen die Tugend. In Momenten der Eile hält er an ihr fest. In Zeiten der Gefahr hält er an ihr fest.

- Konfuzius

Konfuzius

Klugwort Reflexion zum Zitat

Konfuzius beschreibt in diesem Zitat die beständige Natur wahrer Tugendhaftigkeit. Ein edler Mensch weicht selbst in den kleinsten Momenten nicht von seinen moralischen Prinzipien ab. Er bleibt seinen Werten treu – sowohl in Zeiten der Hektik als auch in Momenten großer Gefahr.

Diese Betrachtung verweist auf ein fundamentales ethisches Prinzip: Wahre Tugend zeigt sich nicht nur in ruhigen, sicheren Zeiten, sondern besonders dann, wenn es schwierig wird. Wer seine Werte nur beibehält, wenn es bequem ist, handelt nicht aus echter Überzeugung, sondern aus Opportunismus.

Das Zitat regt dazu an, über unsere eigene Beständigkeit in moralischen Fragen nachzudenken. Wie oft halten wir an unseren Prinzipien fest, wenn es unbequem oder riskant wird? Sind wir bereit, für unsere Überzeugungen einzustehen, selbst wenn es uns Nachteile bringt? Konfuzius fordert uns auf, Tugend nicht als etwas Situatives zu betrachten, sondern als eine unverrückbare Haltung.

Kritisch könnte man fragen, ob absolute moralische Standhaftigkeit immer der beste Weg ist. Gibt es Situationen, in denen Flexibilität geboten ist? Doch Konfuzius’ Zitat ist weniger eine starre Regel als eine Mahnung, dass wahre Integrität sich gerade in schwierigen Momenten zeigt. Seine Worte laden dazu ein, nicht nur dann tugendhaft zu handeln, wenn es einfach ist – sondern besonders dann, wenn es eine Herausforderung darstellt.

Zitat Kontext

Konfuzius (551–479 v. Chr.) war ein chinesischer Philosoph, dessen Lehren über Ethik, Moral und soziale Ordnung großen Einfluss auf die chinesische Kultur und darüber hinaus hatten. Sein Konzept des „edlen Menschen“ (*Junzi*) beschreibt eine ideale moralische Persönlichkeit, die stets an Tugend und Gerechtigkeit festhält.

Das Zitat steht im Kontext seines ethischen Systems, das auf der Idee basiert, dass ein wahrhaft tugendhafter Mensch konsequent und unabhängig von äußeren Umständen moralisch handelt. Konfuzius betont, dass Tugend nicht nur eine Idee, sondern eine gelebte Praxis sein sollte.

Historisch betrachtet, lebte Konfuzius in einer Zeit politischer Unruhen, in der viele Herrscher und Beamte ihre moralischen Prinzipien dem Machterhalt opferten. Sein Zitat kann als Kritik an opportunistischem Verhalten und als Plädoyer für moralische Standhaftigkeit verstanden werden.

Auch heute bleibt das Zitat aktuell. In einer Welt, in der ethische Prinzipien oft dem kurzfristigen Vorteil geopfert werden, stellt sich die Frage: Wie beständig sind wir in unseren Werten? Konfuzius’ Worte laden dazu ein, sich selbst kritisch zu hinterfragen – und Tugend nicht als etwas zu sehen, das je nach Situation angepasst werden kann, sondern als einen beständigen inneren Kompass.

Daten zum Zitat

Autor:
Konfuzius
Tätigkeit:
chin. Philosoph, Lehrer und Gelehrter
Epoche:
Frühe Antike
Mehr?
Alle Konfuzius Zitate
Emotion:
Keine Emotion