Das reine Gute wird schnell fade, es fehlt ihm an Abwechslung und Geist. Schmerz ist ein Bittersüßes, das nie übersättigt. Die Liebe verwandelt sich mit ein wenig Nachsicht in Gleichgültigkeit oder Abscheu. Nur der Hass ist unsterblich.

- William Hazlitt

William Hazlitt

Klugwort Reflexion zum Zitat

William Hazlitt formuliert in diesem Zitat eine provokante und düstere Betrachtung menschlicher Emotionen. Seine Aussage, dass das ‚reine Gute‘ langweilig wird und Hass als unsterblich erscheint, fordert uns heraus, über die Dynamik menschlicher Gefühle nachzudenken. Hazlitt hebt hervor, dass positive Zustände wie Freude oder Liebe oft flüchtig sind, während negative Emotionen wie Schmerz oder Hass eine bemerkenswerte Beständigkeit zeigen können.

Diese Reflexion regt dazu an, die eigene emotionale Balance zu hinterfragen. Warum scheint es leichter, an negativen Gefühlen festzuhalten, während positive oft verblassen? Hazlitt könnte darauf hindeuten, dass Schmerz und Hass intensiver erlebt werden und oft tiefer verwurzelt sind, während das Gute, wenn es nicht gepflegt wird, an Bedeutung verliert. Das Zitat mahnt zur aktiven Pflege positiver Gefühle und zum bewussten Umgang mit negativen Emotionen.

Das Zitat inspiriert, Hass und Schmerz als Elemente der menschlichen Erfahrung zu erkennen, die transformiert werden können, wenn man sich ihrer bewusst ist. Es fordert dazu auf, Liebe und Gutes nicht als selbstverständlich zu betrachten, sondern als Werte, die aktiv genährt werden müssen, um ihre Kraft und Wirkung zu bewahren.

Zitat Kontext

William Hazlitt, ein bedeutender englischer Essayist und Kritiker des frühen 19. Jahrhunderts, war bekannt für seine scharfsinnigen und oft kontroversen Ansichten über die menschliche Natur. Dieses Zitat spiegelt seine Fähigkeit wider, die dunkleren Aspekte des Lebens und der Emotionen ehrlich zu betrachten und dabei gesellschaftliche Normen in Frage zu stellen.

Im historischen Kontext lebte Hazlitt in einer Zeit, in der Romantik und Aufklärung kollidierten. Seine Werke spiegeln den Konflikt zwischen idealistischen Vorstellungen und der harten Realität menschlicher Gefühle wider. Seine Analyse von Liebe, Hass und Schmerz zeigt eine tiefe psychologische Einsicht, die in einer Ära des Wandels und der Selbstreflexion entstanden ist.

Auch heute hat dieses Zitat Relevanz. Es fordert uns auf, uns mit der Stärke und Dauerhaftigkeit unserer negativen Emotionen auseinanderzusetzen und nach Wegen zu suchen, sie in etwas Produktives umzuwandeln. Hazlitts Worte laden dazu ein, die Dynamik menschlicher Gefühle bewusster zu verstehen und Verantwortung für den Umgang mit ihnen zu übernehmen.

Daten zum Zitat

Autor:
William Hazlitt
Tätigkeit:
englischer Essayist, Literaturkritiker und Schriftsteller
Epoche:
Romantik
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Emotion:
Keine Emotion