Wie es große Geister charakterisiert, viel Sinn in wenig Worte zu legen, so ist es die Gabe kleiner, viel zu sprechen und nichts zu sagen.

- François de La Rochefoucauld

François de La Rochefoucauld

Klugwort Reflexion zum Zitat

François de La Rochefoucauld bringt in diesem Zitat die Kunst präziser Kommunikation auf den Punkt. Er hebt hervor, dass wahre Größe und Intelligenz sich oft in der Fähigkeit zeigen, komplexe Gedanken in wenige, bedeutungsvolle Worte zu fassen. Im Gegensatz dazu kritisiert er jene, die durch endlose Worte Oberflächlichkeit und Belanglosigkeit verdecken. Diese Gegenüberstellung macht deutlich, dass wahre Tiefe nicht in der Quantität, sondern in der Qualität der Kommunikation liegt.

Das Zitat lädt dazu ein, den eigenen Kommunikationsstil zu reflektieren. Es ermutigt, Worte bedacht und präzise einzusetzen, um Klarheit und Tiefe zu schaffen, anstatt durch Redundanz und leere Phrasen die Botschaft zu verwässern. Für den Leser entsteht daraus die Einsicht, dass Worte, wenn sie mit Bedacht gewählt werden, eine transformative Wirkung haben können. Gleichzeitig mahnt es zur Vorsicht vor leeren Reden, die mehr Verwirrung als Verständnis schaffen.

La Rochefoucaulds Worte sind auch eine Erinnerung an die Verantwortung, die mit Sprache einhergeht. Sie fordern auf, bewusst und aufmerksam zu kommunizieren und dabei die Kraft und Bedeutung von Worten zu respektieren. In einer Welt, die oft von Informationsflut und oberflächlicher Kommunikation geprägt ist, bleibt seine Botschaft zeitlos: Sie ruft dazu auf, weniger, aber bedeutungsvoller zu sprechen.

Zitat Kontext

François de La Rochefoucauld, ein französischer Schriftsteller und Moralist des 17. Jahrhunderts, war bekannt für seine prägnanten und tiefgründigen Maximen, die die menschliche Natur und Gesellschaft analysieren. Dieses Zitat reflektiert die aufklärerische Betonung von Klarheit und Präzision in Denken und Kommunikation, die in seiner Zeit als Tugend geschätzt wurde.

Historisch betrachtet entstand das Zitat in einer Epoche, in der die rhetorische Kunst und der geschickte Umgang mit Sprache als Ausdruck von Bildung und Geist galten. La Rochefoucauld lobt hier die Fähigkeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, und kritisiert die Tendenz, durch überflüssige Worte Tiefe zu simulieren. Seine Maxime ist eine subtile Mahnung an die damalige höfische Gesellschaft, in der viele Worte oft nur zum Zweck der Selbstdarstellung verwendet wurden.

Philosophisch knüpft das Zitat an die Idee an, dass wahre Weisheit und Klarheit in Einfachheit liegen. Es fordert eine Balance zwischen Ausdruck und Inhalt und bleibt auch in der modernen Welt relevant, in der prägnante Kommunikation zunehmend an Bedeutung gewinnt. In einer Zeit, in der viele Stimmen oft um Aufmerksamkeit konkurrieren, erinnert La Rochefoucaulds Einsicht daran, dass die Qualität der Worte wichtiger ist als ihre Menge.

Daten zum Zitat

Autor:
François de La Rochefoucauld
Tätigkeit:
französischer Adliger, Soldat und Schriftsteller
Epoche:
Aufklärung
Mehr?
Alle François de La Rochefoucauld Zitate
Emotion:
Keine Emotion