Wie die Mutter sich freut, wenn sie das erste Lächeln ihres Kindes bemerkt, so freut sich Gott jedesmal, wenn er vom Himmel sieht, daß ein Sünder sich vor ihm aus vollem Herzen zum Gebet beugt.

- Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Klugwort Reflexion zum Zitat

Dostojewski verwendet hier das Bild einer liebenden Mutter, um die göttliche Freude über Reue und Umkehr zu beschreiben.

Er stellt eine tiefe Verbindung zwischen menschlicher und göttlicher Liebe her: Eine Mutter freut sich über die Entwicklung ihres Kindes, ebenso freut sich Gott über die spirituelle Entwicklung eines Menschen. Das Lächeln eines Kindes symbolisiert hier das Erwachen von Bewusstsein und Zuneigung – genau wie aufrichtige Reue und Gebet ein Zeichen innerer Wandlung sind.

Dieses Zitat verdeutlicht Dostojewskis zentrale Überzeugung: Jeder Mensch hat die Fähigkeit zur moralischen Erneuerung, egal wie tief er gefallen ist. Gottes Liebe ist nicht strafend, sondern erwartungsvoll – wie die Liebe einer Mutter, die nur darauf wartet, dass ihr Kind zu ihr zurückkehrt.

Diese Botschaft ist zeitlos. Sie spricht universelle Themen wie Vergebung, Reue und die Möglichkeit der Veränderung an. Besonders in einer Welt, in der Menschen oft von Schuldgefühlen oder Selbstzweifeln geplagt sind, erinnert Dostojewski daran, dass es nie zu spät ist, einen neuen Weg einzuschlagen.

Zitat Kontext

Fjodor Michailowitsch Dostojewski (1821–1881) war ein russischer Schriftsteller, dessen Werke sich tief mit moralischen und religiösen Fragen auseinandersetzen.

Dieses Zitat passt zu seinem zentralen Thema der Erlösung. In Romanen wie 'Verbrechen und Strafe' oder 'Die Brüder Karamasow' behandelt er das Motiv der Schuld und der Möglichkeit zur Vergebung.

Der historische Kontext ist bedeutend: Dostojewski lebte in einer Zeit politischer und sozialer Umbrüche in Russland. Viele Menschen suchten nach Sinn und spiritueller Orientierung in einer sich schnell verändernden Welt. Sein Werk bot eine Antwort auf die existenziellen Fragen dieser Epoche.

Auch heute bleibt seine Botschaft aktuell. In einer Gesellschaft, die oft von moralischen Urteilen geprägt ist, erinnert sein Zitat daran, dass jeder Mensch die Möglichkeit zur Umkehr und zum Neubeginn hat. Es fordert dazu auf, sowohl sich selbst als auch anderen die Chance auf Vergebung und Veränderung zu gewähren.

Daten zum Zitat

Autor:
Fjodor Michailowitsch Dostojewski
Tätigkeit:
russischer Schriftsteller
Epoche:
Realismus
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Emotion:
Keine Emotion