Wenn die Macht den Menschen zur Arroganz verleitet, erinnert die Poesie ihn an seine Grenzen. Wenn die Macht den Bereich des Menschen einengt, erinnert ihn die Poesie an den Reichtum und die Vielfalt der Existenz. Wenn die Macht korrumpiert, reinigt die Poesie.
- John F. Kennedy

Klugwort Reflexion zum Zitat
In diesem Zitat stellt John F. Kennedy die Poesie als ein kraftvolles Gegengewicht zur Macht dar. Er betont, dass die Poesie die Fähigkeit besitzt, den Menschen sowohl zu demütigen als auch zu inspirieren. Wo Macht zu Arroganz führt, indem sie den Menschen glauben lässt, er sei unantastbar, kann die Poesie ihn an seine eigenen Begrenzungen erinnern. Sie stellt eine Erinnerung an die Menschlichkeit dar, die jenseits von Macht und Überheblichkeit existiert.
Darüber hinaus spricht Kennedy von der reinigenden Wirkung der Poesie, wenn Macht korrumpiert. In vielen politischen Systemen, besonders in denen, die von Machtkonzentration geprägt sind, verliert die Wahrheit oft ihren Platz. Poesie jedoch bietet Raum für das Ausdrucksvolle und das Unausgesprochene, für die Reflexion und die Tiefe, die in einer von Macht dominierten Welt verloren gehen könnten. Kennedy verweist hier auf die Fähigkeit der Kunst, einen moralischen und geistigen Raum zu schaffen, in dem sich der Mensch von den Verirrungen der Macht erholen und sich wieder auf das Wesentliche besinnen kann – die Vielfalt und den Reichtum der menschlichen Existenz.
Das Zitat hebt die Bedeutung der Poesie als ethische und philosophische Instanz hervor, die über die Politik hinausgeht und den Menschen zu einem tieferen Verständnis seiner selbst und seiner Welt anregen kann.
Zitat Kontext
John F. Kennedy, der 35. Präsident der Vereinigten Staaten, war bekannt für seine eloquente Rhetorik und seine Fähigkeit, die amerikanische Bevölkerung mit Visionen von Hoffnung und Fortschritt zu inspirieren. Besonders in seinen politischen Reden und öffentlichen Auftritten nutzte Kennedy Sprache und Literatur als Werkzeuge, um die Ideale von Freiheit, Demokratie und Verantwortung zu fördern.
Kennedy war ein großer Bewunderer der Literatur und Poesie und hatte viele Schriftsteller, darunter auch bedeutende Dichter wie Robert Frost, in seinen politischen Kreis aufgenommen. In seiner Amtszeit war Kennedy von der Vorstellung überzeugt, dass die Kultur eine fundamentale Rolle in der Gesellschaft spielt, sowohl als moralische Instanz als auch als Quelle von Inspiration. Dieses Zitat reflektiert Kennedys Überzeugung, dass die Kunst, insbesondere die Poesie, den politischen und sozialen Raum bereichern kann, indem sie die Komplexität und Schönheit der menschlichen Existenz jenseits der Machtstrukturen widerspiegelt. In einer Zeit, in der die Welt von Konflikten und Spannungen geprägt war, sah Kennedy die Poesie als ein Mittel, die Gesellschaft zu einen und sie an die ethischen und menschlichen Werte zu erinnern, die über politischer Macht und öffentlicher Rhetorik stehen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- John F. Kennedy
- Tätigkeit:
- 35. Präsident der USA
- Epoche:
- Nachkriegszeit
- Emotion:
- Keine Emotion