Weiter aber, als auf die Berichtigung der Erkenntnis, erstreckt sich keine moralische Einwirkung, und das Unternehmen, die Charakterfehler eines Menschen durch Reden und Moralisieren aufheben und so seinen Charakter selbst, seine eigentliche Moralität, umschaffen zu wollen, ist ganz gleich dem Vorhaben, Blei durch äußere Einwirkung in Gold zu verwandeln, oder eine Eiche durch sorgfältige Pflege dahin zu bringen, dass sie Aprikosen trüge.
- Arthur Schopenhauer

Klugwort Reflexion zum Zitat
Arthur Schopenhauer drückt in diesem Zitat eine skeptische Sicht auf die Möglichkeit aus, den Charakter eines Menschen durch moralische Einflussnahme zu verändern.
Seine Aussage deutet darauf hin, dass die grundlegenden Eigenschaften eines Menschen tief verwurzelt sind und nicht durch Worte oder Erziehung transformiert werden können. Der Vergleich mit dem Versuch, Blei in Gold zu verwandeln, oder eine Eiche dazu zu bringen, Aprikosen zu tragen, veranschaulicht die Unmöglichkeit dieses Vorhabens auf anschauliche Weise. Diese Reflexion regt dazu an, die Grenzen von moralischer Belehrung und Erziehung zu erkennen und realistischer über den Einfluss nachzudenken, den wir auf andere Menschen haben können.
Das Zitat lädt dazu ein, sich stattdessen auf die Veränderung der Perspektiven und Erkenntnisse eines Menschen zu konzentrieren. Schopenhauer hebt hervor, dass eine moralische Einwirkung bestenfalls die Erkenntnis eines Individuums korrigieren kann, nicht jedoch dessen grundlegenden Charakter. Diese Erkenntnis fordert uns auf, unsere Erwartungen an die Formbarkeit anderer zu überdenken und stattdessen Akzeptanz für die Natur eines Menschen zu entwickeln.
Seine Worte ermutigen dazu, die Energie darauf zu verwenden, Umstände zu schaffen, die das Beste aus dem bestehenden Charakter herausholen, anstatt unrealistische Versuche zu unternehmen, diesen zu ändern. Es ist eine Reflexion über die Kraft der Akzeptanz und die Grenzen menschlicher Einflussnahme.
Zitat Kontext
Arthur Schopenhauer, ein deutscher Philosoph des 19. Jahrhunderts, war bekannt für seine pessimistischen, aber tiefgründigen Einsichten über die menschliche Natur und das Leben.
Dieses Zitat stammt aus seinen Überlegungen zur Ethik und Anthropologie. Schopenhauer argumentierte, dass der Charakter eines Menschen angeboren und unveränderlich sei. Diese Ansicht steht im Gegensatz zu optimistischeren philosophischen Traditionen, die den Menschen als formbar durch Bildung und moralische Erziehung betrachten.
Historisch gesehen spiegelt das Zitat die Auseinandersetzung der Aufklärung und des Idealismus mit der Frage wider, wie sehr der Mensch durch äußere Einflüsse geformt werden kann. Schopenhauer wies darauf hin, dass moralische Entwicklung weniger eine Frage der Umgestaltung des Charakters als der Veränderung von Wahrnehmung und Erkenntnis ist.
Auch heute bleibt dieses Zitat aktuell, da es die Grenzen von Selbstoptimierung und Erziehung anspricht. Es erinnert daran, dass wahre Veränderungen oft nicht im Wesen, sondern in den Perspektiven und Einstellungen eines Menschen liegen. Schopenhauers Worte laden dazu ein, den Fokus von unrealistischen Erwartungen an andere auf Akzeptanz und Verständnis zu lenken.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Arthur Schopenhauer
- Tätigkeit:
- deutscher Philosoph
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion