Sie sehen die Menschen ganzer Weltteile als Feuerung für den Teufel an und glauben ewige Strafen so wie viertelstündige Zahn- Schmerzen.
- Georg Christoph Lichtenberg

Klugwort Reflexion zum Zitat
Georg Christoph Lichtenbergs Zitat ist eine bissige Kritik an religiösem Dogmatismus und der Vorstellung ewiger Bestrafung. Er verweist auf die Absurdität, mit der einige Menschen ganze Gruppen von Menschen als 'verloren' oder 'verdammt' betrachten und das Konzept ewiger Qualen scheinbar ebenso leicht hinnehmen wie die vorübergehenden Schmerzen eines Zahnwehs.
Die Metapher der 'Feuerung für den Teufel' ist provokativ und macht die Unmenschlichkeit solcher Glaubensvorstellungen deutlich. Lichtenberg zeigt auf, wie leichtfertig und gedankenlos extreme religiöse Überzeugungen angewandt werden können, um andere zu verurteilen oder auszugrenzen. Dies führt zu einer entmenschlichenden Sichtweise, die Empathie und Mitgefühl verdrängt.
Das Zitat lädt dazu ein, über die moralischen und rationalen Grundlagen solcher Überzeugungen nachzudenken. Es stellt die Frage, wie wir Glaubenssysteme hinterfragen können, die Leid und Ausgrenzung rechtfertigen. Gleichzeitig erinnert es daran, dass jeder Glaube kritisch geprüft werden sollte, um sicherzustellen, dass er Mitgefühl und Verständnis fördert, anstatt Vorurteile und Grausamkeit zu rechtfertigen.
Kritisch könnte man einwenden, dass Lichtenberg hier eine zugespitzte Sichtweise präsentiert, die nicht alle religiösen Überzeugungen umfasst. Doch seine Worte sind ein kraftvoller Appell für eine aufgeklärte, mitfühlende Haltung gegenüber anderen. Das Zitat ermutigt uns, religiöse oder ideologische Dogmen zu hinterfragen, die die Menschlichkeit und Würde anderer herabsetzen.
Zitat Kontext
Georg Christoph Lichtenberg (1742–1799) war ein deutscher Wissenschaftler, Schriftsteller und Aphoristiker, bekannt für seine scharfsinnige Kritik an Dogmen und gesellschaftlichen Konventionen. Dieses Zitat spiegelt die aufklärerische Haltung seiner Zeit wider, die sich gegen religiösen Fanatismus und autoritäre Strukturen wandte.
Zur Zeit Lichtenbergs waren Fragen von Religion und Moral zentrale Themen gesellschaftlicher Debatten. Die Aufklärung forderte eine rationale Auseinandersetzung mit Glaubenssystemen und stellte die Autorität traditioneller Religionen infrage. Lichtenbergs Worte sind ein Ausdruck dieser Bewegung und ein Plädoyer für eine humanere, vernünftigere Sichtweise.
In der heutigen Zeit bleibt das Zitat relevant, da es die Gefahren dogmatischen Denkens und die Notwendigkeit kritischen Denkens aufzeigt. Es erinnert uns daran, Mitgefühl und Vernunft über ideologische Starrheit zu stellen und die Menschlichkeit in den Mittelpunkt unseres Handelns zu rücken.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Georg Christoph Lichtenberg
- Tätigkeit:
- deutscher Schriftsteller, Mathematiker, Physiker und Aphoristiker
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion