Ruhm ist nicht das Erbe der Toten, sondern das der Lebenden. Wir sind es, die mit erhabenem Stolz auf die großen Namen des Altertums zurückblicken.
- William Hazlitt

Klugwort Reflexion zum Zitat
William Hazlitt erinnert uns mit diesem Zitat daran, dass Ruhm nicht in der Vergangenheit lebt, sondern in der Wahrnehmung und Wertschätzung der Gegenwart. Die großen Namen der Geschichte – Philosophen, Künstler, Wissenschaftler oder Staatsmänner – existieren nicht für sich selbst weiter, sondern durch die Erinnerung und den Stolz derer, die nach ihnen kommen.
Diese Reflexion wirft ein Licht auf die Beziehung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ruhm ist letztlich eine Konstruktion der Lebenden, eine Entscheidung, bestimmte Taten und Persönlichkeiten als bedeutsam anzusehen. Es lädt dazu ein, darüber nachzudenken, wie und warum wir bestimmte Figuren oder Leistungen der Geschichte feiern, während andere vergessen werden.
Hazlitts Aussage ermutigt uns, Verantwortung für die Geschichte zu übernehmen. Indem wir entscheiden, welche Namen und Leistungen wir ehren, prägen wir auch unser eigenes Selbstverständnis. Das Zitat fordert uns dazu auf, kritisch zu hinterfragen, ob unser Blick auf die Vergangenheit gerecht ist und welche Werte wir durch diese Erinnerung bewahren.
Darüber hinaus regt es zum Nachdenken über die Flüchtigkeit des Ruhms an. Was bleibt von uns, wenn wir nicht mehr sind? Hazlitts Einsicht zeigt, dass unser Einfluss auf die Welt letztlich in der Erinnerung derer besteht, die nach uns kommen, und fordert uns auf, unser Handeln danach auszurichten.
Zitat Kontext
William Hazlitt war ein englischer Schriftsteller, Essayist und Kritiker des frühen 19. Jahrhunderts, dessen Werke oft scharfsinnige Beobachtungen über die menschliche Natur und Gesellschaft enthielten. Er lebte in einer Zeit, die stark von der Romantik geprägt war, einer Ära, die sich intensiv mit der Bedeutung von Kunst, Geschichte und individuellen Leistungen beschäftigte.
Dieses Zitat spiegelt Hazlitts Interesse an der Frage wider, wie Erinnerung und Anerkennung funktionieren. Im Kontext der Romantik, die oft eine idealisierte Sicht auf historische Figuren hatte, könnte Hazlitts Aussage als kritische Betrachtung dieser Idealisierung gelesen werden. Ruhm ist nicht objektiv, sondern wird von den Lebenden konstruiert und genutzt, oft, um die eigene kulturelle Identität zu stärken.
In Hazlitts Zeit war die Auseinandersetzung mit dem Altertum ein zentraler Bestandteil des intellektuellen Lebens. Seine Worte heben jedoch hervor, dass diese Wertschätzung mehr über die Gegenwart als über die Vergangenheit aussagt. Indem er die Verantwortung für den Ruhm auf die Lebenden legt, fordert Hazlitt dazu auf, bewusster mit der Geschichte umzugehen.
Auch heute ist dieses Zitat von Bedeutung. Es regt an, darüber nachzudenken, wie wir historische Persönlichkeiten ehren und welche Botschaften wir dadurch in die Zukunft tragen. Hazlitts Werk bleibt ein wichtiger Beitrag zur Reflexion über die Macht der Erinnerung und die Verantwortung, die sie mit sich bringt.
Daten zum Zitat
- Autor:
- William Hazlitt
- Tätigkeit:
- englischer Essayist, Literaturkritiker und Schriftsteller
- Epoche:
- Romantik
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- Emotion:
- Keine Emotion