Neid hat neben anderen Zutaten auch eine Mischung aus der Liebe zur Gerechtigkeit in sich. Wir ärgern uns mehr über unverdientes als über verdientes Glück.

- William Hazlitt

William Hazlitt

Klugwort Reflexion zum Zitat

William Hazlitt analysiert in diesem Zitat die komplexe Natur des Neids und stellt fest, dass er nicht nur negativ zu bewerten ist. Durch die Verbindung des Neids mit dem Sinn für Gerechtigkeit deutet Hazlitt an, dass die menschliche Empörung über unverdientes Glück einen moralischen Kern haben kann. Dies ist eine ungewöhnliche Perspektive, da Neid normalerweise als destruktive Emotion betrachtet wird.

Das Zitat lädt dazu ein, die eigene Reaktion auf das Glück anderer zu hinterfragen. Warum empfinden wir Ärger, wenn jemand etwas zu erreichen scheint, das er oder sie nicht „verdient“ hat? Hazlitts Aussage legt nahe, dass dies aus einem inneren Bedürfnis nach Fairness entsteht. Dies könnte erklären, warum unverdientes Glück in der Gesellschaft oft kritisiert wird, während verdientes Glück als Inspiration angesehen wird. Dennoch ist es wichtig, diese Emotionen zu reflektieren, um nicht von destruktivem Neid, sondern von positiven Anreizen geleitet zu werden.

Zitat Kontext

William Hazlitt, ein bedeutender Essayist des 19. Jahrhunderts, war bekannt für seine tiefgehenden und oft provokativen Beobachtungen menschlicher Emotionen und Verhaltensweisen. Dieses Zitat spiegelt seinen analytischen Stil wider, der komplexe Gefühle wie Neid in einem neuen Licht betrachtet. Hazlitt lebte in einer Zeit, in der soziale Ungleichheiten und moralische Fragen intensiv diskutiert wurden. Seine Verbindung von Neid mit Gerechtigkeit könnte als Kommentar zu den Ungerechtigkeiten seiner Epoche verstanden werden.

Auch heute ist das Thema relevant, insbesondere in einer Gesellschaft, die Erfolg oft öffentlich zur Schau stellt. In sozialen Medien zum Beispiel wird Glück und Wohlstand oft präsentiert, ohne dass die dahinterstehenden Anstrengungen sichtbar sind. Hazlitts Zitat erinnert daran, dass unser Ärger über „unverdientes“ Glück auf ein tiefes Bedürfnis nach Fairness hinweist. Es fordert uns jedoch auch auf, diesen Ärger nicht zu kultivieren, sondern ihn als Gelegenheit zur Reflexion und Selbstverbesserung zu nutzen.

Daten zum Zitat

Autor:
William Hazlitt
Tätigkeit:
englischer Essayist, Literaturkritiker und Schriftsteller
Epoche:
Romantik
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Emotion:
Keine Emotion