Kunstwörter müssen dann der Dummheit Blöße decken, Und ein gelehrt Zitat macht Zierden selbst zu Flecken. (Quelle: Fragmente und Fabeln; 1772)

- Gotthold Ephraim Lessing

Gotthold Ephraim Lessing

Klugwort Reflexion zum Zitat

Gotthold Ephraim Lessing kritisiert in diesem Zitat den Missbrauch von Fachbegriffen und Zitaten, um mangelndes Wissen oder intellektuelle Tiefe zu verbergen. Seine Worte machen deutlich, dass vermeintlich gelehrte Sprache und Zitate nicht automatisch Wert oder Substanz vermitteln. Vielmehr können sie, wenn sie unüberlegt oder zweckentfremdet eingesetzt werden, die Glaubwürdigkeit des Sprechers untergraben und selbst dekorative Elemente lächerlich wirken lassen.

Das Zitat regt dazu an, über die eigene Sprache und Ausdrucksweise nachzudenken. Wie oft verwenden wir komplexe Begriffe oder Zitate, um klüger zu wirken, anstatt klar und authentisch zu kommunizieren? Lessing erinnert daran, dass wahre Intelligenz und Weisheit nicht in der Wahl kunstvoller Worte liegen, sondern in der Fähigkeit, komplexe Gedanken verständlich und ehrlich auszudrücken. Seine Worte sind ein Plädoyer für Klarheit, Bescheidenheit und Substanz im Denken und Reden.

Die Reflexion über dieses Zitat lädt dazu ein, sich von unnötigem intellektuellem Prunk zu lösen und stattdessen authentisch zu kommunizieren. Es ist eine Erinnerung, dass echte Tiefe nicht durch äußere Verzierungen entsteht, sondern durch die Wahrhaftigkeit und Prägnanz der Aussage.

Zitat Kontext

Gotthold Ephraim Lessing, ein zentraler Vertreter der deutschen Aufklärung, setzte sich intensiv mit der Kraft der Sprache und ihrer Bedeutung in Kunst und Wissenschaft auseinander. Dieses Zitat aus seinen 'Fragmenten und Fabeln' ist eine scharfe Kritik an der Prahlerei mit gelehrten Begriffen und Zitaten, die oft als Mittel verwendet werden, um intellektuelle Schwächen zu kaschieren.

Im Kontext der Aufklärung, einer Epoche, die die Klarheit des Denkens und der Sprache betonte, war Lessings Kritik eine Mahnung, Wissen nicht vorzutäuschen, sondern wirklich zu erwerben und zu vermitteln. Seine Worte sind auch heute aktuell, da in einer Zeit von Informationsflut und akademischem Jargon oft die Gefahr besteht, dass Inhalte durch unzugängliche Sprache und leere Phrasen verschleiert werden. Lessing fordert uns auf, nicht nach Schein, sondern nach echtem Verständnis zu streben, und erinnert daran, dass wahre Gelehrsamkeit immer zugänglich, präzise und nützlich sein sollte.

Daten zum Zitat

Autor:
Gotthold Ephraim Lessing
Tätigkeit:
deutscher Dichter, Schriftsteller, Philosoph und Dramatiker
Epoche:
Aufklärung
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Emotion:
Keine Emotion