Ich halte es für einen Beweis großer Klugheit, wenn Männer sich von Drohungen und beleidigenden Worten gegenüber anderen fernhalten, denn beides schwächt die Stärke des Feindes.
- Niccolò Machiavelli

Klugwort Reflexion zum Zitat
Niccolò Machiavelli betont in diesem Zitat die strategische Weisheit, auf direkte Provokationen zu verzichten. Er warnt davor, den Feind durch Drohungen oder Beleidigungen zu stärken, indem man ihn zu einer entschlosseneren Gegenwehr antreibt.
Diese Betrachtung verweist auf eine grundlegende Einsicht der Machtpolitik: Wahre Stärke zeigt sich nicht in offenen Aggressionen, sondern in überlegter Zurückhaltung. Wer seinen Gegner unnötig reizt, schafft sich selbst nur mehr Widerstand. Stattdessen ist es klüger, ihn in Unsicherheit zu lassen oder ihn in einem Zustand der Schwäche zu belassen.
Das Zitat regt dazu an, über unser eigenes Verhalten nachzudenken. Sind wir zu schnell bereit, Konflikte durch Worte zu eskalieren? Verstärken unsere Reaktionen manchmal nur den Widerstand des Gegners? Machiavelli fordert uns auf, emotionale Impulse zu kontrollieren und auf kluge Strategien zu setzen, anstatt sich durch Wut oder Überheblichkeit selbst zu schaden.
Kritisch könnte man fragen, ob eine zu zurückhaltende Haltung nicht auch als Schwäche ausgelegt werden kann. Ist es nicht manchmal notwendig, Stärke durch klare Worte zu demonstrieren? Doch Machiavellis Zitat ist keine Aufforderung zur Passivität – vielmehr rät er dazu, Worte mit Bedacht zu wählen und sich nicht von kurzfristigen Emotionen leiten zu lassen. Seine Worte laden dazu ein, über die langfristigen Konsequenzen unserer Kommunikation nachzudenken.
Zitat Kontext
Niccolò Machiavelli (1469–1527) war ein italienischer Diplomat, Philosoph und Schriftsteller, der für seine realistische Sicht auf Macht und Politik bekannt ist. Sein Werk *Der Fürst* gilt als eine der einflussreichsten Abhandlungen über strategische Führung.
Das Zitat steht im Kontext seiner Überlegungen zur politischen Klugheit. Machiavelli erkannte, dass übermäßige Aggression oft mehr Widerstand hervorruft als strategische Geduld. Statt Feinde mit Drohungen und Beleidigungen zu provozieren, empfahl er, sie in einem Zustand der Unsicherheit zu halten.
Historisch betrachtet, lebte Machiavelli in einer Zeit politischer Intrigen und Machtkämpfe zwischen italienischen Stadtstaaten. Sein Zitat kann als Warnung an Herrscher und Politiker verstanden werden, sich nicht durch impulsive Worte selbst zu schaden.
Auch heute bleibt das Zitat aktuell. In einer Welt, in der diplomatische Beziehungen und öffentliche Kommunikation oft entscheidend sind, stellt sich die Frage: Wann ist es klüger, Zurückhaltung zu üben? Machiavellis Worte laden dazu ein, strategischer über Konflikte nachzudenken – und zu erkennen, dass manchmal Stille mehr bewirken kann als laute Drohungen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Niccolò Machiavelli
- Tätigkeit:
- ital. Philosoph, Schriftsteller und Politiker
- Epoche:
- Spätrenaissance / Manierismus
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- Emotion:
- Keine Emotion