Ich begreife sehr wohl, warum manche ihren Körper so wenig den Befehlen der Weisheit untertänig machen können. Der, dessen Herz bei jedem neuen Vorfall zu pochen anfängt, wird über dasselbe anfangs wenig mit seiner Weisheit vermögen. Denn das Bestreben, den Fehler zu vermeiden, bringt ihn hervor.
- Jean Paul

Klugwort Reflexion zum Zitat
Jean Pauls Worte beleuchten die oft komplexe Beziehung zwischen Emotionen und Vernunft. Er beschreibt die Schwierigkeit, den Körper – besonders die impulsiven Reaktionen des Herzens – der Weisheit und Rationalität zu unterwerfen. Das Herz, das bei jedem neuen Vorfall schneller schlägt, symbolisiert die Unruhe und Überwältigung, die in uns entstehen, wenn wir versuchen, Fehler zu vermeiden oder Kontrolle zu bewahren.
Das Zitat regt dazu an, über die Dynamik zwischen emotionalen Reaktionen und rationalem Handeln nachzudenken. Jean Paul weist darauf hin, dass das Streben nach Perfektion oft kontraproduktiv ist: Gerade der Versuch, Fehler zu vermeiden, kann neue Fehler hervorbringen. Seine Worte erinnern uns daran, dass Akzeptanz und Geduld mit uns selbst eine wichtige Grundlage für innere Ruhe und Weisheit sind.
Es ist ein Aufruf, nicht gegen die eigenen natürlichen Reaktionen zu kämpfen, sondern sie zu verstehen und mit ihnen zu arbeiten. Jean Paul zeigt, dass Weisheit nicht darin besteht, Emotionen zu unterdrücken, sondern darin, sie zu erkennen und in Einklang mit der Vernunft zu bringen.
Zitat Kontext
Jean Paul, einer der bedeutendsten deutschen Schriftsteller der Spätaufklärung und Romantik (1763–1825), war bekannt für seine psychologisch tiefgründigen und introspektiven Werke. Dieses Zitat stammt aus seinen Überlegungen über die menschliche Natur und die Schwierigkeiten, die mit der Beherrschung von Emotionen und Impulsen einhergehen.
In einer Zeit, die von Rationalismus und aufkommender Romantik geprägt war, stellte Jean Paul häufig die Spannungen zwischen Vernunft und Gefühl in den Mittelpunkt seiner Werke. Dieses Zitat spiegelt seine Einsicht wider, dass der Mensch oft von inneren Konflikten geprägt ist, in denen Emotionen und Weisheit miteinander ringen.
Seine Worte sind zeitlos, da sie universelle menschliche Erfahrungen ansprechen: die Herausforderung, Emotionen nicht als Schwäche, sondern als Teil der eigenen Natur zu akzeptieren. Sie mahnen zur Gelassenheit und erinnern daran, dass wahre Weisheit oft aus dem Verständnis für die eigenen inneren Prozesse entsteht – eine Botschaft, die auch in der modernen Welt von Bedeutung bleibt.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Jean Paul
- Tätigkeit:
- deutscher Schriftsteller
- Epoche:
- Romantik
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- Emotion:
- Keine Emotion