Gewißheit gibt allein die Mathematik. Aber leider streift sie nur den Oberrock der Dinge. Wer je ein gründliches Erstaunen über die Welt empfunden, will mehr. Er philosophiert – und was er auch sagen mag – er glaubt.
- Wilhelm Busch

Klugwort Reflexion zum Zitat
Wilhelm Busch hebt in diesem Zitat die Begrenztheit der Mathematik und die tiefere Sehnsucht des Menschen nach Sinn und Verständnis hervor. Während die Mathematik Gewissheit bietet und präzise Antworten auf spezifische Fragen gibt, beschreibt Busch sie als etwas, das nur die Oberfläche der Welt – den ‚Oberrock der Dinge‘ – berührt. Wer sich von echtem Staunen über die Welt leiten lässt, wird über diese äußere Ebene hinausgehen und philosophieren. Und Philosophie, so Busch, führt zwangsläufig zu einem Glauben, denn sie sucht Antworten, die über das rein Rationale hinausgehen.
Dieses Zitat regt dazu an, über die Beziehung zwischen Wissenschaft, Philosophie und Glauben nachzudenken. Es betont, dass der menschliche Geist nicht nur nach Fakten strebt, sondern auch nach einem tieferen Verständnis der Existenz und ihrer Bedeutung. Busch zeigt, dass Philosophie und Glaube Werkzeuge sind, um das Unerklärliche zu erfassen, und dass sie eine Antwort auf das Bedürfnis nach Sinn geben können, das die Mathematik allein nicht stillen kann.
In einer Welt, die oft von wissenschaftlichem Fortschritt und Rationalismus geprägt ist, erinnert Busch uns daran, dass der Mensch auch eine spirituelle und existenzielle Dimension besitzt. Seine Worte laden dazu ein, das Staunen über die Welt zu bewahren und den Mut zu haben, Fragen zu stellen, die über die rein messbare Realität hinausgehen. Dieses Zitat inspiriert dazu, den Dialog zwischen Wissenschaft, Philosophie und Glauben zu suchen und eine ganzheitliche Perspektive auf die Welt zu entwickeln.
Zitat Kontext
Wilhelm Busch, ein deutscher Dichter und Maler des 19. Jahrhunderts, war bekannt für seine scharfsinnigen Beobachtungen und seinen oft ironischen Umgang mit tiefgründigen Themen. Dieses Zitat reflektiert seine Auseinandersetzung mit den Grenzen der Wissenschaft und der Rolle von Philosophie und Glauben im menschlichen Streben nach Erkenntnis.
Im historischen Kontext einer Epoche, die von wissenschaftlichen Fortschritten und der Aufklärung geprägt war, stellt Busch eine Gegenperspektive dar. Er betont, dass Wissenschaft zwar präzise Antworten bietet, aber nicht alle Fragen des Lebens lösen kann. Die Philosophie, die oft als Brücke zwischen Wissenschaft und Glaube fungiert, wird hier als notwendiger Schritt beschrieben, um die tieferen Mysterien des Lebens zu erfassen.
Heute bleibt dieses Zitat relevant, da es einen ausgewogenen Ansatz zwischen Rationalität und Spiritualität vorschlägt. Es erinnert uns daran, dass Wissenschaft wichtige Werkzeuge liefert, um die Welt zu verstehen, während Philosophie und Glaube uns helfen, die Bedeutung dieser Erkenntnisse in unser Leben zu integrieren. Buschs Worte sind eine Einladung, die Welt in ihrer Gesamtheit zu betrachten – mit Logik, Staunen und einer Offenheit für das Unbekannte.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Wilhelm Busch
- Tätigkeit:
- Dichter, Zeichner, Karikaturist
- Epoche:
- Realismus
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- Emotion:
- Keine Emotion