Gerechtigkeit wird nur dort herrschen, wo sich auch die vom Unrecht nicht Betroffenen genau so entrüsten, wie die Beleidigten.
- Platon

Klugwort Reflexion zum Zitat
Platons Zitat beschreibt einen tiefen Aspekt der Gerechtigkeit: Sie entsteht nicht nur durch Gesetze oder Institutionen, sondern vor allem durch die Haltung der Menschen in einer Gemeinschaft. Die Forderung, dass sich auch Unbeteiligte über Unrecht empören sollen, hebt die moralische Verantwortung aller hervor. Gerechtigkeit ist kein isoliertes Konzept, sondern ein kollektives Ziel, das von Solidarität und Mitgefühl getragen wird.
Diese Reflexion ruft dazu auf, die eigene Position in einer Gesellschaft zu hinterfragen. Oft neigen wir dazu, Ungerechtigkeiten zu ignorieren, wenn wir selbst nicht direkt betroffen sind. Doch diese Gleichgültigkeit festigt die Strukturen des Unrechts. Platons Zitat fordert eine Haltung, die über individuelles Interesse hinausgeht. Es erinnert daran, dass Gerechtigkeit eine aktive und gemeinschaftliche Anstrengung erfordert.
In der heutigen Welt, in der soziale und ökologische Ungerechtigkeiten weit verbreitet sind, ist Platons Gedanke aktueller denn je. Die globalen Bewegungen für Menschenrechte, Klimagerechtigkeit oder soziale Gleichheit zeigen, wie wichtig es ist, dass Menschen auch für die Anliegen anderer eintreten. Nur durch Empörung und Handeln, unabhängig davon, ob man direkt betroffen ist, können tiefgreifende Veränderungen erreicht werden.
Zusammenfassend lehrt Platons Zitat, dass Gerechtigkeit von der Bereitschaft abhängt, Verantwortung zu übernehmen und sich für andere einzusetzen. Es fordert uns auf, eine gerechtere Gesellschaft zu schaffen, indem wir nicht nur Zuschauer bleiben, sondern aktiv gegen Unrecht vorgehen – mit dem gleichen Engagement wie die unmittelbar Betroffenen.
Zitat Kontext
Platon (427–347 v. Chr.) war ein griechischer Philosoph und einer der bedeutendsten Denker der Antike. Dieses Zitat stammt aus seinen politischen und ethischen Überlegungen, insbesondere aus seiner Schrift ‚Der Staat‘ (‚Politeia‘), in der er die Natur der Gerechtigkeit und die Bedingungen für eine gerechte Gesellschaft untersucht.
Platon lebte in einer Zeit politischer Instabilität in Athen, geprägt von Machtkämpfen und gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten. Sein Konzept der Gerechtigkeit basierte auf der Idee einer harmonischen Gemeinschaft, in der alle Mitglieder ihren Beitrag leisten und Verantwortung füreinander übernehmen. Dieses Zitat spiegelt seine Überzeugung wider, dass Gerechtigkeit nur durch moralisches Handeln und kollektives Engagement verwirklicht werden kann.
Philosophisch steht Platons Aussage in Verbindung mit seiner Ethik, die auf der Idee des Guten basiert. Gerechtigkeit ist für ihn nicht nur eine gesellschaftliche Ordnung, sondern eine Tugend, die in den Herzen der Menschen verankert sein muss. Diese Haltung hat viele späteren Denker inspiriert, von Aristoteles bis hin zu modernen Theorien sozialer Gerechtigkeit.
In der heutigen Zeit erinnert uns dieses Zitat daran, dass Gerechtigkeit keine passive Eigenschaft einer Gesellschaft ist, sondern eine aktive Praxis, die Engagement und Empathie erfordert. Es fordert uns auf, nicht nur unsere eigenen Rechte zu schützen, sondern auch für die Rechte und Würde anderer einzutreten. Damit bleibt Platons Gedanke ein kraftvoller Appell für Solidarität und Verantwortung in einer komplexen Welt.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Platon
- Tätigkeit:
- griechischer Philosoph
- Epoche:
- Klassische Antike
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- Emotion:
- Keine Emotion