Für Nutzen und Sittlichkeit gibt es nur einerlei Maßstab. Wer das nicht begreifen will, der ist jedes Betruges, jeder schlechten Tat fähig. – Denn es gibt nichts Nützliches, was nicht auch sittlich ist; aber nicht deshalb ist es sittlich, weil es nützlich ist, sondern weil es sittlichen Wert hat, nützt es auch.
- Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat
Cicero betont in diesem Zitat die untrennbare Verbindung zwischen Nutzen und Sittlichkeit. Er weist darauf hin, dass wahre Nützlichkeit immer mit moralischem Wert einhergeht. Für ihn ist etwas nicht sittlich, weil es nützlich ist, sondern es wird als nützlich erkannt, weil es auf moralischen Prinzipien beruht. Wer diesen Zusammenhang nicht versteht, läuft Gefahr, unethisch zu handeln, da er den moralischen Kompass verliert.
Diese Reflexion zeigt, dass Nutzen und Moral keine Gegensätze, sondern eng miteinander verwoben sind. Cicero argumentiert, dass Handlungen, die auf ethischen Grundsätzen basieren, nicht nur moralisch korrekt, sondern auch langfristig nützlich sind. Sein Gedankengang fordert uns auf, nicht nur auf kurzfristigen Gewinn oder unmittelbare Vorteile zu schauen, sondern die moralischen Konsequenzen unserer Entscheidungen zu berücksichtigen.
In einer Welt, die oft von pragmatischen Entscheidungen und kurzfristigen Vorteilen geprägt ist, bleibt Ciceros Botschaft aktuell. Seine Worte erinnern uns daran, dass wahres Nutzenstreben mit moralischer Integrität einhergehen sollte. Sie ermutigen, Entscheidungen nicht allein nach ihrem unmittelbaren Nutzen, sondern auch nach ihren langfristigen ethischen Auswirkungen zu beurteilen. Cicero lädt dazu ein, Nutzen und Sittlichkeit als einen gemeinsamen Maßstab für ein erfülltes und verantwortungsvolles Leben zu betrachten.
Zitat Kontext
Cicero, ein römischer Staatsmann, Philosoph und Redner, lebte in einer Zeit politischer Unruhen und moralischer Herausforderungen. Dieses Zitat stammt aus seinen philosophischen Schriften, in denen er sich mit der Verbindung von Ethik und Pragmatismus auseinandersetzte. Seine Überzeugung, dass moralisches Handeln immer mit langfristigem Nutzen verbunden ist, war eine Antwort auf die oft opportunistische Politik des römischen Reiches.
Im historischen Kontext vertrat Cicero die stoische Idee, dass die Natur und die Vernunft moralische Prinzipien leiten, die auch das gesellschaftliche Wohl fördern. Seine Worte waren ein Appell an seine Zeitgenossen, Moral und Nutzen nicht gegeneinander auszuspielen, sondern als Grundlage einer gerechten Gesellschaft zu betrachten.
Heute bietet Ciceros Gedanke eine zeitlose Perspektive auf die Herausforderungen moderner Entscheidungsfindung. Er lädt dazu ein, sowohl im persönlichen als auch im gesellschaftlichen Kontext moralische Werte in den Mittelpunkt zu stellen und zu erkennen, dass wahrer Nutzen nur durch ethisches Handeln erreicht werden kann.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Cicero
- Tätigkeit:
- römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
- Epoche:
- Klassische Antike
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- Emotion:
- Keine Emotion